Innenpolitik
Der 2022 über das Land verhängte Ausnahmezustand wurde sukzessive verlängert, um die Bekämpfung der Bandenkriminalität fortzusetzen. Bis zum 04.03.2025 wurde der Ausnahmezustand von der Legislativversammlung 36-mal verlängert. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden über 85 000 mutmaßliche Bandenmitglieder verhaftet. Mit einem Bevölkerungsanteil von 1,7 % weist El Salvador die höchste Inhaftierungsrate der Welt aus.
Migrationspolitik
Präsident Bukele positionierte sich hinsichtlich der Ausweisungspolitik der US-Regierung als Verbündeter. Im Februar 2025 bot Bukele dem US-Außenminister Rubio an, nicht-salvadorianische Abgeschobene aus den USA aufzunehmen, darunter auch verurteilte amerikanische Gefangene. Im Zuge des Abkommens nahm El Salvador im März erstmals 200 mutmaßliche venezolanische Gangmitglieder auf, die aus den USA ausgewiesen wurden. Für die Sicherheitsverwahrung der Deportierten zahlten die USA El Salvador 6 Mio. US$. Im Fall eines unrechtmäßig ausgewiesenen und in El Salvador inhaftierten Mannes, für den der Oberste Gerichtshof der USA entschied, dass die US-Regierung die Rückführung des Mannes unterstützen müsse, lehnten sowohl die US-Regierung als auch El Salvadors Präsident Nayib Bukele eine Rückführung ab. US-Justizministerin Bondi betonte, die Entscheidung liege allein bei El Salvador, während Bukele erklärte, er könne nichts für den Mann tun.
Wirtschaftspolitik
Im Juli 2024 startete Präsident Bukele einen sechsstufigen Wirtschaftsplan zur Wiederbelebung der Wirtschaft des Landes. In der ersten Phase wurden 30 Lebensmittelverteilungszentren eingerichtet und die Zölle auf bestimmte Agrarimporte für 10 Jahre abgeschafft. Die nachfolgenden Phasen umfassten Investitionen in die technologische Infrastruktur und die Modernisierung der wichtigsten Häfen.
Im September 2024 erklärte Präsident Bukele, dass sein Regierungshaushalt 2025 keine ausländischen Kredite für die Finanzierung vorsehe. Zudem einigte sich El Salvador im Oktober mit der Bank J.P. Morgan auf eine Umstrukturierung seiner Schulden in Höhe von 1,03 Mrd. US$ durch einen Tausch von Schulden gegen Naturschutzmaßnahmen.
Im November 2024 kündigte die Zentralamerikanische Bank für wirtschaftliche Integration an, 646 Mio. US$ zur Finanzierung von Infrastrukturprojekten bereitzustellen. Später im selben Monat teilte Präsident Bukele mit, dass er den Goldabbau im Lande unterstütze und bezeichnete das seit 2017 geltende Verbot des Metallbergbaus als „absurd“. Die gesetzgebende Versammlung hob das Verbot im Dezember auf.
Aus für Bitcoin als Zahlungsmittel
Die 2021 als zusätzliche Landeswährung anerkannte Kryptowährung Bitcoin verlor im Januar ihren Status als offizielles Zahlungsmittel. Anlass war ein Kredit des Internationalen Währungsfonds in Höhe von 1,4 Mrd. US$, dessen Auszahlung an die Bedingung gebunden war, die „fiskalische Nachhaltigkeit“ des Landes unter anderem durch eine Abschaffung des Bitcoin-Status zu stärken.