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Kolumbien

06.02.2024 | Die Regierung Kolumbiens und die Rebellen der „National Liberation Army“ (ELN) haben ihre bilaterale Waffenruhe um weitere sechs Monate verlängert und gleichzeitig die Einrichtung eines Fonds angekündigt, der von mehreren Spendern finanziert wird, um den Friedensprozess zu unterstützen.

Präsident Gustavo Petros Regierung hat seit 2022 sechs Runden von Friedensgesprächen mit der ELN geführt, die von verschiedenen Ländern unterstützt werden.

04.09.2023  | Sieben Jahre nach dem historischen Friedensvertrag mit der FARC im Jahr 2016 hat die kolumbianische Regierung bei Verhandlungen mit der zweiten Guerillagruppe ELN in der venezolanischen Hauptstadt Caracas erneut einen Durchbruch erzielt. Beide Seiten haben sich auf ein Abkommen und die Einrichtung von humanitären Zonen geeinigt. In diesen Zonen sollen der Schutz und die Versorgung der Bevölkerung gewährleistet werden, ebenso wie die Einhaltung des Waffenstillstands. Die betroffenen Gemeinschaften in den Dörfern sollen zudem am Friedensprozess und an sozialen Entwicklungsprojekten teilhaben.

Der Bürgerkrieg in Kolumbien, der seit rund 60 Jahren zwischen linken Rebellen, rechten Paramilitärs und dem Militär anhält, hat über 220.000 Menschen das Leben gekostet und Millionen zur Binnenflucht gezwungen.

Nach dem Friedensabkommen von 2016 zwischen der Regierung und der FARC-Guerilla verbesserte sich die Sicherheitslage in Kolumbien zunächst, aber viele Kämpfer kehrten dem Friedensprozess den Rücken zu. Die kleinere Guerilla-Organisation ELN mit etwa 6.000 Mitgliedern blieb aktiv.

Der derzeitige kolumbianische Präsident Gustavo Petro, im Amt seit einem Jahr, nahm im November 2022 die Friedensgespräche mit der ELN-Guerilla wieder auf. Sein Vorgänger Iván Duque, der von 2018 bis 2022 im Amt war, hatte die Gespräche mit den Rebellen nach einem Anschlag der ELN im Jahr 2019 beendet, bei dem rund 20 Polizisten in einer Ausbildungsstätte getötet wurden.

20.01.2022 | 2002 wurde Ingrid Betancourt auf einer Wahlkampfreise von Rebellen der marxistischen Farc-Guerilla entführt und in den Dschungel verschleppt. Nach sechseinhalb Jahren in Geiselhaft kam sie frei. Die Franko-Kolumbianerin zog sich daraufhin aus der Politik zurück und ging nach Frankreich. Nun bewirbt sie sich noch einmal um die Präsidentschaft in Kolumbien.

Schwer zu beurteilen ist wie Betancourts Chancen stehen. Die 60-Jährige genießt als Bekämpferin der Korruption eine hohe Glaubwürdigkeit und zählt zu den bekanntesten Persönlichkeiten des Landes. Ein weiterer Vorteil: Sie ist eine Frau.

Um zur offiziellen Kandidatin zu werden, muss Betancourt bei den Vorwahlen im März noch einige Konkurrenten besiegen. Vier Monate vor den Wahlen ist das Bewerberfeld insgesamt noch diffus, sicher ist nur, dass der amtierende konservative Präsident Iván Duque nicht noch einmal antritt.

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