Auf kleinstem Raum zeigen Natur und Landschaft Ecuadors eine faszinierende Vielfalt. Ursprünglich Teil des Reiches der Inka, wurde das Land 1533/34 von den Spaniern erobert. 1809 erklärte es seine Unabhängigkeit von Spanien. Die Wirtschaftsentwicklung hängt am Export von Erdöl. In jüngster Zeit gewinnt Ecuador als Transitland für den Kokainschmuggel zunehmend an Bedeutung, wodurch sich die Sicherheitslage dramatisch verschlechtert hat.
Im Küstengebiet u. östlichen Amazonastiefland herrscht feucht-heißes Tropenklima, im Hochland der Anden subtropisches bis gemäßigtes Klima.
Bei den Präsidentschaftswahlen im Februar 2025 zeichnete sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Amtsinhaber Daniel Noboa und der linken Kandidatin Luisa González ab. Im ersten Wahlgang konnten beide rund 44 % der Stimmen vereinen, mit einem minimalen Vorsprung Noboas von 0,2 Prozentpunkten.
Die Frage der inneren Sicherheit stand im Mittelpunkt des Wahlkampfs. Noboa vertrat eine harte Linie gegen das Verbrechen, einschließlich des Einsatzes des Militärs zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung, was jedoch von Menschenrechtsgruppen als autoritär kritisiert wurde. González hingegen versprach, die sozialen Programme zu stärken und die wirtschaftliche Ungleichheit zu bekämpfen, während sie gleichzeitig die Sicherheitslage verbessern wollte.
Präsident Noboa kritisierte nach der ersten Wahlrunde mutmaßliche Unregelmäßigkeiten. Die Vorwürfe konnten von Wahlbeobachtern jedoch nicht bestätigt werden. Am 13.04.2025 wurde Präsident Noboa in der Stichwahl mit 55,7 % der Stimmen wiedergewählt. Seine Herausforderin erhielt 44,3 % der Stimmen.
Bei den parallel zur ersten Runde der Präsidentschaftswahl abgehaltenen Parlamentswahlen konnte sich die Nationale Demokratische Aktion (NDA) von Präsident Noboa knapp mit 43,3 % der Stimmen durchsetzen, dicht gefolgt von der linksgerichteten Bürger-Revolutions-Bewegung, die 41,3 % der Stimmen auf sich vereinen konnte.
Im März 2025 kündigte Präsident Noboa an, dass Ecuador keine aus anderen Ländern abgeschobenen Migranten aufnehmen werde. Er kritisierte den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro für seine Weigerung, abgeschobene venezolanische Staatsangehörige im eigenen Land aufzunehmen, was zu Spannungen in der regionalen Migrationspolitik führte.
Ecuador litt wie in den Vorjahren unter einer Kriminalitäts- und Gewaltwelle. Das Land kam auf eine durch Gewaltwirkung bedingte Mordrate von mehr als 40 pro 100.000 Einwohnern – der höchste Wert in Lateinamerika.
Aufgrund der Überfüllung der ecuadorianischen Gefängnisse und der Flucht des Bandenführers Adolfo Macías wurde Anfang 2024 der Ausnahmezustand verhängt. Dennoch kam es weiter zu schweren Übergriffen durch kriminelle Banden, so z. B. bei der Erstürmung des Studios eines staatlichen Fernsehsenders und der Geiselnahme mehrerer Mitarbeiter im Januar.
Im März 2025 verabschiedete die Nationalversammlung mit großer Mehrheit eine Resolution zur Unterstützung des Kampfes gegen die organisierte Kriminalität. Von 137 Abgeordneten stimmten 121 für die Umsetzung internationaler Sicherheitskooperationsabkommen. Präsident Daniel Noboa plant, Spezialeinheiten verbündeter Länder zur Unterstützung der nationalen Sicherheitskräfte einzusetzen.
Massive Engpässe in der stark von Wasserkraft abhängigen Stromversorgung aufgrund extremer Dürre sorgten ab September 2024 für Stromausfälle. Allein in den ersten drei Monaten entstanden wirtschaftliche Schäden von rund 2 Mrd. US-Dollar.
Im Dezember 2024 verschwanden vier Jungen im Alter von 11 bis 15 Jahren (bekannt als die „Guayaquil Four“), nachdem sie von Soldaten der Luftwaffe in Guayaquil festgehalten worden waren. Ihre verkohlten Leichen wurden später in der Nähe eines Militärstützpunkts entdeckt. 16 Soldaten wurden im Zusammenhang mit ihrem Verschwinden und ihrem Tod verhaftet.
Im März kam es in der Provinz Esmeraldas zu einem schwerwiegenden Vorfall, bei dem ein Bruch der Trans-Ecuadorianischen Ölpipeline zum Austritt von etwa 25.000 Barrel Rohöl führte. Rund 113.000 Menschen waren von Trinkwassermangel und gesundheitlichen Problemen betroffen. Nur einen Monat später kam es in der nördlichen Provinz Orellana im ecuadorianischen Amazonasgebiet zu einer weiteren Ölkatastrophe.