Die jüngsten Terroranschläge in Benin verdeutlichen nach Einschätzung von Experten eine zunehmende Ausweitung der dschihadistischen Bedrohung über die Sahelzone hinaus. Insbesondere die Gruppierung „Jama’at Nusrat al-Islam wal Muslimin“ (JNIM) hat ihre Aktivitäten dem vorliegenden Bericht zufolge auf westafrikanische Küstenstaaten wie Benin ausgeweitet.
Die Angriffe in Benin häufen sich und verstärken die Befürchtung, dass sich die Sicherheitslage im Land weiter verschärfen könnte. Vor diesem Hintergrund gibt es Appelle an die Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanischer Staaten (ECOWAS), ihre bisherige Haltung gegenüber der regionalen Bedrohung zu überdenken und stärker gegen die Ausbreitung bewaffneter Gruppen vorzugehen.
Parallel dazu setzt die „Allianz der Sahelstaaten“ (AES) auf eine verstärkte militärische Zusammenarbeit und eine höhere Einsatzbereitschaft. ECOWAS wird demgegenüber laut den im Ausgangsmaterial wiedergegebenen Einschätzungen auf politischer Ebene als weitgehend inaktiv beschrieben. Experten sehen darin einen Faktor, der ein weiteres Vordringen bewaffneter Gruppen begünstigen könnte.
Benin hat auf die zunehmende Bedrohung mit der „Operation Mirador“ reagiert und seine militärische Präsenz im Norden des Landes verstärkt. Nach Angaben von Regierungen wird Benin dabei auch von ausländischen Partnern unterstützt. Weitere Einzelheiten zu Art und Umfang dieser Unterstützung werden im Ausgangsmaterial nicht genannt.
Experten betonen zugleich die Notwendigkeit einer koordinierten regionalen Strategie. Dazu zählen nach den vorliegenden Einschätzungen eine verbesserte Aufklärung, gemeinsame militärische Operationen sowie Investitionen in soziale Strukturen. Ohne ein solches abgestimmtes Vorgehen bestehe die Gefahr, dass sich Benin zu einer Frontlinie des sich verschärfenden Terrorismusproblems in Westafrika entwickelt.
Die Entwicklung zeigt nach den vorliegenden Einschätzungen, dass die dschihadistische Bedrohung zunehmend über die traditionellen Konfliktgebiete der Sahelzone hinausreicht. Für Benin stehen dabei insbesondere die Sicherheitslage im Norden sowie die Fähigkeit zur regionalen Zusammenarbeit bei der Bekämpfung bewaffneter Gruppen im Mittelpunkt.