Das zentrale Instrument der Terrorismusbekämpfung auf den Salomonen ist der Counter-Terrorism Act 2009, der die gesetzliche Basis für die Verhinderung und Ahndung terroristischer Handlungen schafft. Das Gesetz definiert Terrorismus über objektive Kriterien – wie die Androhung oder Verursachung schwerer Schäden an Personen, Sachen oder kritischer Infrastruktur – sowie ein subjektives Moment, nämlich das Ziel, politische, religiöse oder ideologische Zwecke zu fördern oder die Bevölkerung einzuschüchtern. Zum Schutz rechtsstaatlicher Prinzipien enthält das Gesetz ausdrückliche Ausnahmeregelungen für legitime Proteste, Meinungsäußerungen und Arbeitskämpfe sowie für Handlungen in bewaffneten Konflikten, sofern diese im Einklang mit dem humanitären Völkerrecht stehen.
Die verfassungsrechtliche Einbettung der Terrorismusbekämpfung erfolgt primär durch die Verfassung von 1978, in deren Rahmen zudem weitreichende Notstandsbefugnisse existieren. Besonders kritisch wird hierbei der Preservation of Public Security Act (PPSA) bewertet, da er dem Generalgouverneur umfangreiche exekutive Vollmachten einräumt, die ohne direkte parlamentarische Zustimmung ausgeübt werden können, was eine Konzentration exekutiver Macht ohne ausreichende legislative Kontrolle zur Folge hat. Ergänzend zum Counter-Terrorism Act wurden weitere Vorschriften implementiert, insbesondere zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung sowie zur Stärkung des Grenzschutzes in den Bereichen Einwanderung und Verkehr.
Auf internationaler Ebene haben sich die Salomonen durch den Beitritt zu diversen UN-Übereinkommen verpflichtet, ihre nationale Gesetzgebung an globale Standards zur Terrorismusbekämpfung anzupassen. Dennoch bleibt die vollständige Umsetzung der relevanten Sicherheitsratsresolutionen aufgrund begrenzter institutioneller Kapazitäten eine Herausforderung. Da auf regionaler Ebene derzeit kein spezifisches Terrorismusabkommen existiert, stützt sich das Land primär auf die Kooperation mit bilateralen Partnern sowie die Einbindung in multilaterale Sicherheitsnetzwerke, um den Anforderungen an die nationale und regionale Sicherheit gerecht zu werden.