Die Sicherheitsarchitektur Omans basiert auf einer Kombination aus robuster institutioneller Kapazität, präventiven Maßnahmen und breit angelegter internationaler Zusammenarbeit. Das Sultanat verfolgt seit Jahren einen Sicherheitsansatz, der weniger auf Repression als auf frühzeitige Gefahrenabwehr, soziale Stabilität und kontrollierte Modernisierung setzt. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Royal Oman Police (ROP), die im Land nicht nur klassische polizeiliche Aufgaben wahrnimmt, sondern ein breites Spektrum sicherheitsrelevanter Funktionen abdeckt. Ergänzt wird sie durch spezialisierte Sicherheitsdienste, die eng mit den militärischen Strukturen und der politischen Führung verzahnt sind. Die Präsenz dieser Sicherheitsorgane ist insbesondere in den urbanen Zentren deutlich spürbar und trägt wesentlich dazu bei, potenzielle Bedrohungen frühzeitig zu erkennen und zu neutralisieren.
Ein wichtiger Bestandteil der omanischen Sicherheitsarchitektur ist der umfassende rechtliche Rahmen zur Bekämpfung von Terrorismus und Terrorismusfinanzierung. Das Anti-Terror-Gesetz von 2007 bildet die Grundlage für strafrechtliche Maßnahmen gegen extremistische Aktivitäten, während das Anti-Geldwäsche- und Terrorismusfinanzierungsgesetz von 2016, aktualisiert im Jahr 2024, die finanziellen Strukturen potenzieller extremistischer Netzwerke ins Visier nimmt. Die internationale Financial Action Task Force (FATF) hat Oman in den vergangenen Jahren wiederholt für seine Fortschritte im Bereich der AML/CFT-Maßnahmen gelobt. Diese positiven Bewertungen unterstreichen die Fähigkeit des Landes, Terrorismusfinanzierung zu erkennen, zu unterbinden und dabei gleichzeitig internationale Standards konsequent umzusetzen. Der Fokus liegt dabei auf der Schaffung transparenter Finanzstrukturen, der Überwachung internationaler Transaktionen sowie der effektiven Zusammenarbeit mit internationalen Finanzinstituten.
Neben der präventiven Gesetzgebung spielt die Kontrolle der Grenzen eine entscheidende Rolle. Aufgrund der Nähe zu instabilen Konfliktzonen ist insbesondere die Grenze zum Jemen sicherheitspolitisch relevant. Oman unterhält dort eine erhöhte militärische und polizeiliche Präsenz, um illegalen Grenzübertritten, Waffenschmuggel und der potenziellen Infiltration durch bewaffnete Gruppen entgegenzuwirken. Trotz der grundsätzlich stabilen Sicherheitslage im Inland bleibt diese Grenzregion ein potenzieller Risikofaktor, weshalb Oman kontinuierlich in Überwachungstechnologien, Patrouillen und grenznahe Infrastruktur investiert.
International ist Oman weit stärker vernetzt, als seine neutrale Außenpolitik auf den ersten Blick vermuten lässt. Das Sultanat ist aktives Mitglied der “Global Coalition to Defeat ISIS”, beteiligt sich an der Islamischen Militärischen Anti-Terror-Koalition und nimmt regelmäßig an multinationalen Übungen, Informationsaustauschformaten und regionalen Sicherheitsdialogen teil. Dank seines vermittelnden außenpolitischen Profils gelingt es Oman zudem, mit Staaten in Kontakt zu bleiben, die untereinander in Konflikt stehen, was dem Land eine einzigartige Position im regionalen Sicherheitsgefüge verleiht. Diese Fähigkeit zur Balancepolitik verschafft Oman Zugang zu sicherheitsrelevanten Informationen und reduziert gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit, selbst zum Ziel geopolitisch motivierter Anschläge zu werden.
Die Notfallvorsorge Omans ist zentralisiert organisiert und stark auf die unmittelbare Handlungsfähigkeit staatlicher Institutionen ausgerichtet. In den großen Städten, insbesondere in Muscat, verfügen Krankenhäuser und medizinische Notfallteams über moderne Ausstattung und ausreichende Kapazitäten, um im Ernstfall rasch Erste Hilfe zu leisten. Obwohl öffentlich zugängliche Evakuierungspläne für die Zivilbevölkerung weniger verbreitet sind, existieren innerhalb der Sicherheitsbehörden detaillierte Einsatzprotokolle für die Bewältigung von Krisensituationen. Der Staat setzt dabei auf eine klare Befehlskette, schnelle Mobilisierung und strikte Kommunikationskontrolle, um Panik zu vermeiden und die Lage effizient zu stabilisieren.
Das Krisenmanagement des Sultanats folgt damit einem zentralistischen, sicherheitsorientierten Ansatz. Die politische Stabilität und die hohe Legitimität des omanischen Staates erleichtern es den Behörden, im Ernstfall geschlossen zu handeln und das Vertrauen der Bevölkerung zu erhalten. Die Fähigkeit der Sicherheitsdienste, Vorfälle schnell zu isolieren, zu kontrollieren und abzuschließen, bildet einen der Hauptgründe dafür, dass Oman trotz regionaler Risiken ein vergleichsweise niedriges Bedrohungsprofil aufweist. Insgesamt zeigt sich, dass die Kombination aus rechtlichen Instrumenten, strategischer Grenzsicherung, internationaler Kooperation und einem effizienten Krisenmanagement entscheidend dafür ist, die Sicherheit im Land dauerhaft zu gewährleisten.
Indien hat seine diplomatischen Anstrengungen intensiviert, um die von Pakistan aus operierende Terrorgruppe „The Resistance Front“ (TRF), einen Ableger der “Lashkar-e-Taiba” (LeT), offiziell auf die Sanktionsliste der Vereinten Nationen setzen zu lassen. Hintergrund ist die mutmaßliche Beteiligung der TRF am Terroranschlag von Pahalgam im indischen Bundesstaat Jammu und Kashmir am 22. April, 2025 bei dem zahlreiche Menschen ums Leben kamen.
Eine indische Delegation traf sich dazu in New York mit hochrangigen Vertretern des UN-Büros für Terrorismusbekämpfung (UNOCT) sowie der Exekutivdirektion des Anti-Terrorismus-Ausschusses (CTED). Ziel der Gespräche ist es, die internationale Gemeinschaft und insbesondere das Überwachungsteam des Sanktionsausschusses 1267 von der Einstufung der TRF als Terrororganisation zu überzeugen. Die indische Delegation koordiniert sich dabei eng mit weiteren Partnerstaaten innerhalb der Vereinten Nationen.
Indien betont, dass eine Listung der TRF als Terrororganisation ein entscheidender Schritt zur Eindämmung grenzüberschreitender Terroraktivitäten und zur Stärkung der internationalen Sicherheit wäre. Die Regierung appelliert an die internationale Staatengemeinschaft, gemeinsam entschlossen gegen Terrorismus und seine Unterstützer vorzugehen.
Nach dem Terroranschlag auf Touristen im indisch kontrollierten Teil Kaschmirs am 22. April 2025, bei dem 26 Menschen getötet wurden, hat Indien seine militärischen Operationen gegen terroristische Ziele in Pakistan vorläufig eingestellt.
Premierminister Narendra Modi betonte, dass diese Einsätze lediglich pausieren und künftige Maßnahmen vom Verhalten Pakistans abhängen werden. Im Rahmen der Operation “Sindoor” hatte Indien gezielte Luftangriffe auf mehrere mutmaßliche Terroristenlager in Pakistan und im pakistanisch kontrollierten Teil Kaschmirs durchgeführt und nach eigenen Angaben neun Lager zerstört.
Die Angriffe erfolgten als direkte Reaktion auf den Terroranschlag, für den Indien Pakistan eine Mitverantwortung zuschreibt. Islamabad weist jede Beteiligung an dem Anschlag zurück. Infolge der indischen Militäraktion kam es zu heftigen Gefechten und gegenseitigen Luftangriffen in den Grenzregionen.
Die Bedrohungslage durch Terrorismus im Oman gilt im regionalen Vergleich als gering, was vor allem auf die innenpolitische Stabilität sowie die traditionell neutrale, diplomatisch ausgleichende Außenpolitik des Sultanats zurückzuführen ist. Oman verfolgt seit Jahrzehnten einen pragmatischen Kurs, der auf Dialog, Vermittlung und Zurückhaltung gegenüber regionalen Konflikten basiert. Diese Haltung hat dazu beigetragen, das Land aus den unmittelbaren Auseinandersetzungen im Nahen Osten herauszuhalten und ein Umfeld zu schaffen, in dem extremistisches Gedankengut kaum gesellschaftlichen Nährboden findet. Bislang sind keine terroristischen Anschläge auf omanischem Staatsgebiet registriert worden, was die Effektivität staatlicher Sicherheitsstrukturen unterstreicht.
Trotz dieser positiven Rahmenbedingungen ist die Bedrohungslage nicht vollkommen frei von Risiken. Oman liegt in einer geopolitisch angespannten Region, in der transnationale terroristische Netzwerke wie Al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) oder der sogenannte „Islamische Staat“ (IS) weiterhin aktiv sind. Diese Gruppierungen verfügen über operative Fähigkeiten in benachbarten Staaten und könnten theoretisch versuchen, Ziele im Oman anzugreifen oder dort Unterstützungsstrukturen aufzubauen. Die geografische Nähe zu Konfliktgebieten, insbesondere zum Jemen, in dem verschiedenste bewaffnete Akteure operieren, verstärkt diese potenzielle Gefahr.
Ein Schwerpunkt möglicher Bedrohungen ergibt sich aus der Frage, welche strategischen und symbolischen Ziele für terroristische Akteure von Relevanz sein könnten. Im omanischen Kontext wären militärische Einrichtungen, wirtschaftliche Infrastruktur—vor allem Öl- und Gasanlagen, Hafen- und Transportstrukturen—sowie stark frequentierte öffentliche Räume potenziell attraktiv. Dazu zählen Restaurants, Hotels, Einkaufszentren, religiöse Stätten und Orte mit hohem Besucheraufkommen. Insbesondere in der Hauptstadtregion Muscat könnten Plätze wie Moscheen, Promenaden oder große Einkaufszentren im Fokus stehen, da sie sowohl ein symbolisches Ziel als auch eine hohe mediale Wirksamkeit bieten. Demgegenüber erscheinen ländliche Regionen aufgrund ihrer geringen Bevölkerungsdichte weniger anfällig, wenngleich Angriffe auf abgelegene Grenzposten oder militärische Einrichtungen nicht ausgeschlossen werden können.
Das Grenzgebiet zum Jemen stellt aufgrund der dortigen Instabilität einen besonderen Risikofaktor dar. Die Präsenz verschiedener bewaffneter Gruppen, darunter Huthi-Milizen und dschihadistische Organisationen, schafft ein Umfeld, in dem grenzüberschreitende Übergriffe oder Schmuggelaktivitäten jederzeit auftreten können. Auch wenn Oman seine Grenze streng kontrolliert und in den vergangenen Jahren interne Sicherheitsmaßnahmen verstärkt hat, bleibt die Möglichkeit vereinzelter gewaltsamer Zwischenfälle bestehen.
Ein weiterer Aspekt der Bedrohungsanalyse betrifft das Potenzial lokaler Radikalisierung. Im Gegensatz zu anderen Staaten der arabischen Halbinsel wird die Anzahl sowohl lokaler Rekrutierungen durch extremistische Gruppen als auch der Rückkehrer aus internationalen Konfliktgebieten als relativ gering eingeschätzt. Dies spricht für die Wirksamkeit staatlicher und gesellschaftlicher Präventionsmechanismen, die auf moderaten religiösen Diskursen, starker sozialer Kohäsion und enger Kontrolle radikaler Aktivitäten beruhen. Trotz der günstigen Lage bleibt die Möglichkeit individueller Radikalisierungsprozesse bestehen, insbesondere durch Onlinepropaganda oder transnationale Netzwerke, die sich den staatlichen Kontrollmechanismen entziehen könnten.
Oman verfügt über ein vergleichsweise gutes Verständnis seiner Risiken im Bereich Terrorismusfinanzierung. Die Regierung arbeitet aktiv daran, Geldflüsse, die extremistische Gruppen unterstützen könnten, zu identifizieren und zu unterbinden. Diese Maßnahmen sind von zentraler Bedeutung, da Terrorismusfinanzierung häufig eng mit den Strukturen potenzieller Radikalisierung verbunden ist. Öffentliche und detaillierte Daten zu Rückkehrern oder konkreten Radikalisierungsfällen existieren jedoch kaum, was eine vollständige Bewertung erschwert. Dennoch lässt sich feststellen, dass die Regierung wachsam bleibt und auf mögliche Entwicklungen vorbereitet ist, ohne dass derzeit Hinweise auf eine signifikante Gefährdung bestehen.

Zwei mutmaßliche Terroristen festgenommen
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