ZYPERN

Zypern gilt derzeit als vergleichsweise sicheres Land hinsichtlich terroristischer Aktivitäten, dennoch bestehen Risiken, die sowohl historische als auch aktuelle Entwicklungen berücksichtigen. Historisch war die Insel in den 1950er Jahren durch die Aktivitäten der griechisch-zyprischen Untergrundorganisation EOKA geprägt, die Anschläge, Attentate und Sabotageakte gegen britische und andere Ziele durchführte.

In den 1960er und 1970er Jahren kam es zu Übergriffen auf türkisch-zyprische Gemeinden, während in den 1970er- und 1980er-Jahren nationalistisch motivierte Anschläge und Entführungen vor allem im Kontext der griechisch-zypriotischen und türkisch-zypriotischen Spannungen auftraten.

In jüngerer Zeit traten terroristische Vorfälle auf Zypern nur vereinzelt auf. Die Insel ist Teil des europäischen Sicherheitsraums und wird von transnationalen Bedrohungen beobachtet, insbesondere durch extremistische Netzwerke aus dem Nahen Osten und Nordafrika. Internationale Gruppen im Mittelmeerraum werden von zypriotischen Sicherheitsbehörden überwacht.

Die spezifischen Risiken konzentrieren sich auf potenzielle Anschläge gegen kritische Infrastruktur, touristische Zentren und internationale Einrichtungen. Besonders städtische Zentren wie Nikosia, Limassol und Larnaka sind aufgrund hoher Bevölkerungsdichte, frequentierter Flughäfen und touristischer Attraktionen anfälliger für Anschläge mit Sprengstoffen oder bewaffneten Übergriffen.

Ländliche Regionen weisen eine geringere direkte Zielattraktivität auf, können jedoch als Rückzugs- oder Logistikräume genutzt werden. Neben physischen Angriffen besteht ein Risiko für Cyberangriffe auf staatliche Systeme oder kommerzielle Netzwerke, die den Tourismus oder Finanzsektor betreffen. Zielobjekte umfassen insbesondere Einrichtungen mit Bezug zu Israel, britische Militärstützpunkte wie Akrotiri und Dekelia, Botschaften westlicher Staaten, Regierungsgebäude in Nikosia sowie touristische Infrastrukturen in Küstenstädten wie Limassol und Paphos.

Anschläge könnten durch radikalisierte Einzeltäter oder kleine Zellen erfolgen, wobei Messerangriffe, Fahrzeuge, kleinteilige Sprengvorrichtungen oder Brandstiftung am wahrscheinlichsten sind. In urbanen Räumen ist das Risiko höher als in ländlichen Gebieten, wo geringere staatliche Präsenz Rückzugs- oder Cache-Möglichkeiten bieten kann.
Bezüglich radikalisierter Personen und Rückkehrer aus Konfliktgebieten zeigt sich Zypern bislang als vergleichsweise gering betroffen. Es existieren keine Hinweise auf größere lokale Rekrutierungsnetzwerke, jedoch beobachten Sicherheitsbehörden einzelne Personen mit Kontakt zu internationalen extremistischen Gruppen oder Online-Radikalisierung. Die Insel fungiert als Transitraum zwischen Europa und dem Nahen Osten, was die Möglichkeit unentdeckter Einreisen radikalisierter Personen erhöht. Die Zahl zurückkehrender „Foreign Terrorist Fighters“ ist gering, und lokal radikalisierte Personen werden überwiegend über Online-Propaganda, Diaspora-Kontakte oder regionale Netzwerke erreicht.

Die zypriotische Regierung und die Sicherheitskräfte reagieren auf Bedrohungen mit einem umfassenden Maßnahmenpaket. Polizeipräsenz in städtischen Zentren und an Verkehrsknotenpunkten wurde erhöht. Anti-Terror-Gesetze ermöglichen präventive Überwachung sowie strafrechtliche Verfolgung. Grenzkontrollen an See- und Flughäfen werden in Kooperation mit EU- und internationalen Partnern regelmäßig aktualisiert, um den Ein- und Durchreiseverkehr potenzieller Extremisten zu überwachen. Zusammenarbeit mit Interpol, Europol und regionalen Sicherheitsdiensten dient dem frühzeitigen Austausch von Bedrohungsinformationen.

Seit 2025 wurden die Anti-Terror-Gesetze verschärft, insbesondere im Bereich der Terrorfinanzierung, mit der neuen AML/CFT-Richtlinie der Zentralbank vom Mai 2025. Die Überwachung der Grünen Linie wurde technologisch aufgerüstet, einschließlich Kamerasystemen und Sensoren, um illegale Grenzübertritte zu minimieren.

Die Notfallvorsorge ist auf größere Zwischenfälle ausgerichtet. Krankenhäuser und medizinische Einrichtungen sind für den Massenanfall von Verletzten vorbereitet. Evakuierungspläne für touristische Hotspots und urbane Ballungsräume bestehen. Krisenmanagement wird regelmäßig geübt, um koordinierte Reaktionen zwischen Polizei, Feuerwehr, medizinischem Personal und lokalen Behörden sicherzustellen. Zypern weist ein niedriges bis moderates Terrorrisiko auf.

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Der „Islamische Staat“ mag militärisch besiegt sein, doch in Nordsyrien bereitet er seine nächste Generation vor. Al-Hol, das größte Internierungslager der Region, ist zu einem strategischen Rückzugsraum und Rekrutierungszentrum geworden. Zehntausende Anhänger und ihre Kinder leben hier unter Bedingungen, die die Kontrolle der kurdischen Sicherheitskräfte überfordern. Frauen übernehmen zentrale Rollen in der ideologischen Weitergabe, Kinder werden systematisch indoktriniert, und IS-Strukturen bestimmen das soziale Leben im Lager.