29.06.2026 | Nach einer Explosion vor einem Wohngebäude in der Rue Révérend Père Louis Frolla in Monaco ermitteln die monegassischen Behörden wegen eines mutmaßlich gezielten Anschlags. Dabei wurden der Unternehmer Vadym Jermolajew, seine Partnerin sowie ein minderjähriges Familienmitglied verletzt.
Nach Angaben der Ermittlungsbehörden ereignete sich die Explosion gegen 21:00 Uhr Ortszeit im Eingangsbereich eines Wohnhauses nahe der Place des Moulins. Überwachungskameras sollen einen bislang unbekannten Mann dabei aufgezeichnet haben, wie er kurz vor der Explosion einen Rucksack am Eingang des Gebäudes abstellte und den Tatort anschließend verließ. Wenig später detonierte der Sprengsatz.
Der mutmaßliche Täter soll nach der Tat zu Fuß in Richtung französische Grenze geflüchtet sein. Ermittlungen erfolgen in enger Zusammenarbeit zwischen den Sicherheitsbehörden Monacos und Frankreichs. Der Verdächtige soll identifiziert worden sein; eine Festnahme wurde bislang jedoch nicht bekannt gegeben.
Nach Einschätzung der Behörden handelt es sich um einen außergewöhnlichen Vorfall für das Fürstentum Monaco. Das Land gilt international als einer der sichersten Wohnorte für vermögende Privatpersonen. Entsprechend umfangreich fielen die Sicherheitsmaßnahmen unmittelbar nach der Explosion aus. Das Gebiet wurde weiträumig abgesperrt, zahlreiche Polizeikräfte sowie Feuerwehreinheiten aus Monaco und Frankreich kamen zum Einsatz.
Vadym Jermolajew stammt aus der ukrainischen Stadt Dnipro und war in den Bereichen Immobilien, Baustoffe sowie Lebensmittelindustrie tätig. Internationale Aufmerksamkeit erhielt er in den vergangenen Jahren unter anderem wegen wirtschaftlicher Aktivitäten auf der von Russland annektierten Krim. Die ukrainischen Behörden verhängten Ende 2023 Sanktionen gegen ihn. Bereits zuvor hatte Jermolajew seine ukrainische Staatsangehörigkeit aufgegeben und die Staatsbürgerschaft Zyperns angenommen.
Über ein mögliches Tatmotiv liegen derzeit keine gesicherten Erkenntnisse vor. Medienberichte nennen sowohl persönliche als auch wirtschaftliche Hintergründe sowie mögliche Verbindungen zur organisierten Kriminalität als denkbare Ermittlungsansätze. Die zuständigen Behörden betonen jedoch, dass hierzu bislang keine belastbaren Beweise vorliegen. Die Untersuchungen werden unter Beteiligung nationaler und internationaler Sicherheitsbehörden fortgeführt.