Historisch wurde die Schweiz von Extremisten eher als logistischer Stützpunkt für Planung und Finanzierung genutzt und blieb von den groß angelegten Angriffen verschont, die andere europäische Länder wie Frankreich oder Deutschland trafen.
Laut dem “Schweizerischen Nachrichtendienst des Bundes” (FIS) ist die Terrorgefahr in der Schweiz seit 2024 gestiegen, insbesondere durch die jihadistische Bewegung und Sympathisanten des sogenannten “Islamischen Staates” (IS) sowie durch Personen, die durch jihadistische Propaganda inspiriert wurden.
Die häufigste Bedrohung geht von Einzeltätern aus, die mit einfachen Mitteln wie Messern oder Fahrzeugen spontane Gewaltakte verüben können. Solche Angriffe sind schwer vorherzusagen, da die Täter oft bis zur Tat unauffällig bleiben und keine direkten Verbindungen zu bekannten Terrororganisationen haben.
Zusätzlich zur jihadistischen Bedrohung sieht sich die Schweiz auch einer erhöhten Gefahr durch linksextreme und rechtsextreme Gewalt gegenüber. Linksextremisten neigen dazu, Demonstrationen zu organisieren, Sachbeschädigungen zu begehen oder Brandanschläge durchzuführen, wobei ihre Aktionen oft gegen rechte Gruppierungen oder Sicherheitskräfte gerichtet sind. Rechtsextreme Aktivisten hingegen zielen häufig auf Flüchtlinge, Asylsuchende oder Ausländer ab und nutzen Gewalt zur Durchsetzung ihrer politischen Ansichten.
Die Schweiz hat in den vergangenen Jahren verstärkt Maßnahmen ergriffen, um der Bedrohung zu begegnen.
Zum einen wurden die Grenzkontrollen verstärkt und präventive Maßnahmen zur Überwachung und Eindämmung extremistischer Aktivitäten eingeführt. Insbesondere während hochkarätiger Veranstaltungen wie dem Weltwirtschaftsforum in Davos wird das Risiko aufgrund der Anwesenheit internationaler Spitzenpolitiker als erhöht eingeschätzt.
Nach einem Referendum erhielt der “Schweizerischen Nachrichtendienst des Bundes” (FIS) erweiterte Befugnisse zur Überwachung potenzieller Gefährder. Der Nachrichtendienst beobachtet derzeit etwa 100 als hochriskant eingestufte Extremisten im Land sowie Hunderte von radikalisierten Islamisten, die online transnationale militante Gruppen unterstützen. Besonders im Fokus stehen Personen, die zwar nicht in Konfliktgebiete gereist sind, aber in Europa radikalisiert wurden und ein Sicherheitsrisiko darstellen könnten.