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Österreich

06.09.2023 | Im Bezirk Linz-Land ist laut der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst eine zehnköpfige radikalislamische Gruppe zerschlagen worden.

Die Gefahr von Terroranschlägen in Österreich ist vergleichsweise niedrig, insbesondere im Vergleich zu vielen anderen westeuropäischen Ländern. Weltweit besteht zwar generell eine erhöhte Bedrohung durch unspezifische Terroranschläge, die wahllos durchgeführt werden können. Bei einem möglichen Anschlag wäre es höchstwahrscheinlich das Werk eines selbstradikalisierten Einzelgängers, der auf Low-Tech-Methoden wie Messer und Fahrzeuge zurückgreift, ähnlich den Vorfällen in Frankreich und Deutschland.

Diese Art von Angriffen ist bekanntermaßen schwer vorherzusehen und zu vereiteln, und sie können ohne große Vorwarnung erfolgen. Als Mitglied des Schengen-Raums unterhält Österreich uneingeschränkte Reiseverbindungen mit den meisten EU-Ländern. Dies hat aufgrund der Migrantenkrise zu einem erheblichen Anstieg der Zuwanderung aus dem Nahen Osten und Afrika geführt. Die Anzahl der Festnahmen im Kampf gegen den Terrorismus ist im Zuge dieses Zustroms gestiegen. Obwohl Österreich bisher von Anschlägen radikaler islamistischer Gruppen verschont geblieben ist, dürfte dies wahrscheinlich auf die Nichtbeteiligung Österreichs an direkten Konflikten im Nahen Osten zurückzuführen sein.

Trotzdem stellen einheimische islamistische Extremisten, darunter etwa 150 zurückkehrende Kämpfer, die sich dem Islamischen Staat (IS) in Syrien und im Irak angeschlossen hatten, eine wachsende Herausforderung dar. Im November 2020 verübte Kujtim Fejzullai, ein Anhänger des IS, einen Anschlag in Wien, bei dem vier Menschen getötet wurden. Fejzullai wurde daraufhin von der Polizei erschossen.

Der Anstieg der Zuwanderung hat auch zu einer wachsenden Bedrohung durch eine lauter werdende und militante rechtsextreme Bewegung geführt. Diese betrachtet Einwanderer generell als existenzielle Bedrohung für österreichische Traditionen und Lebensweisen. Aktuell ist es unwahrscheinlich, dass diese Gruppen größere Terroranschläge verüben werden. Dennoch besteht ein moderates Risiko von Angriffen mit begrenzter Schlagkraft, die von Einzelpersonen oder kleinen Zellen ausgeführt werden könnten.