Die Malediven stehen zunehmend vor Herausforderungen durch die Bedrohung des islamistischen Extremismus. Obwohl das Land ein niedriges Risiko für großangelegte terroristische Angriffe aufweist, gibt es Anzeichen für eine wachsende Radikalisierung innerhalb der Gesellschaft. Seit 2014 hat die Präsenz von Gruppen wie “Al-Qaida in der indischen Subkontinentregion” (AQIS) und dem “Islamischen Staat” (IS) die Sicherheitslage verschärft.
Die geografische Abgeschiedenheit vieler Inseln und die begrenzte staatliche Kontrolle schaffen ein Umfeld, das extremistischen Ideologien Vorschub leisten kann. Besonders besorgniserregend ist die Rekrutierung von Jugendlichen durch radikale Gruppen, oft über soziale Medien oder religiöse Schulen in Asien. Zwischen 2014 und 2018 wurden mehr als 260 Malediver als Kämpfer für den IS angeworben, was die Malediven zu einem der Länder mit der höchsten Pro-Kopf-Rate an ausländischen Kämpfern weltweit macht. Die Rückkehr dieser Kämpfer nach dem militärischen Rückzug des IS in Syrien und Irak hat die Sicherheitslage weiter kompliziert, da viele von ihnen durch intensive Trainingslager radikalisiert wurden.
Während größere Anschläge selten sind, gab es in den letzten Jahren kleinere Vorfälle, die auf die Präsenz extremistischer Gruppen hinweisen.
Neben islamistischen Bedrohungen gibt es auch Spannungen innerhalb der maledivischen Gesellschaft, die durch politische Polarisierung und die wahrgenommene Instrumentalisierung des Islams verstärkt werden. Kritiker des radikalen Islamismus wie Journalisten, Blogger oder politische Aktivisten sind häufig Ziel von Gewaltandrohungen oder Angriffen.
Die maledivischen Sicherheitskräfte haben Fortschritte bei der Terrorismusbekämpfung gemacht, darunter gemeinsame Operationen wie im März 2025, bei denen geplante Anschläge vereitelt wurden. Dennoch bleibt ihre Erfahrung im Umgang mit komplexeren oder großangelegten Angriffen begrenzt. Die Behörden stehen vor der Herausforderung, sowohl radikalisierte Individuen innerhalb des Landes zu überwachen als auch die Rückkehrer aus Konfliktgebieten effektiv zu integrieren oder zu kontrollieren.