Balochistan Liberation Army

 

 
 

 

 

 

Die “Balochistan Liberation Army” (BLA) gilt in Pakistan als Terrorgruppe und wird auch in vielen westlichen Ländern so eingeschätzt. Sie hat ihre Aktivitäten in Belutschistan in letzter Zeit stark ausgeweitet. Nach den pakistanischen Taliban (Tehreek-e-Taliban Pakistan, TTP) ist die BLA zur grössten Bedrohung der Sicherheit in Pakistan geworden. 

Militäreinrichtungen und Polizeistationen als Repräsentanten der Regierung in Islamabad sind häufig Ziele von Anschlägen der BLA. Aber auch Bahnstrecken oder Schnellstraßen wurden immer wieder attackiert. Die BLA betreibt mittlerweile auch Checkpoints und blockiert Schnellstraßen.

Belutschistan ist ein bergiges, teilweise schwer zugängliches Gebiet sowie die ärmste und am wenigsten entwickelte Provinz. In der Wüstenregion an der Grenze zu Iran und Afghanistan sind seit Jahrzehnten bewaffnete Separatistengruppen aktiv. Sie werfen der Zentralregierung in Islamabad vor, die Provinz zu vernachlässigen und die lokale Bevölkerung nicht an den Erlösen aus den örtlichen Gasvorkommen zu beteiligen. Die Regierung reagiert seit Jahren mit Repression und hat zahlreiche Kritiker verschwinden lassen. 

Die Heftigkeit der Auseinandersetzungen hat zugenommen, seitdem Peking in Pakistan den Chinesisch-Pakistanischen Wirtschaftskorridor (CPEC) ausbaut, einen gigantischen Transportweg, der vom Himalaja bis runter nach Gwadar führt. Peking hat das Fischerdorf seit 2015 zu einem Tiefwasserhafen für Containerschiffe ausgebaut, um sich im Rahmen der „maritimen Seidenstraße“ einen großen Teil der Strecke für Warenlieferungen nach Europa zu sparen.

Mehr als 50 Milliarden Euro an Investments sind seit 2015 aus Peking nach Pakistan geflossen. In Islamabad profitiert man davon. Der Korridor aber führt durch Belutschistan. Daher sind immer wieder chinesische Bauprojekte Ziele der BLA.

Neben Polizei und Armee richteten sich die Angriffe der Separatisten auch vermehrt gegen chinesische Arbeiter, die im Rahmen von Pekings Seidenstrassen-Initiative in der Provinz aktiv sind. China hat in den vergangenen Jahren Milliarden von Dollars in die Entwicklung des Tiefseehafens Gwadar und den Ausbau der Verkehrswege zur chinesischen Provinz Xinjiang ausgegeben. Der wachsende chinesische Einfluss stösst in Belutschistan aber auf Ablehnung und Protest.