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Schweizer Staatsbürgerin in Niger entführt

13.04.2025 | Die Schweizer Staatsbürgerin Claudia Abbt ist in der nigrischen Stadt Agadez entführt worden. Sicherheitsanalysen deuten auf eine mögliche Beteiligung jihadistischer Gruppen im Sahel hin, insbesondere des sogenannten „Islamischen Staates in der Größeren Sahara“ (IS-GS). Die 67-jährige wurde gegen 22:00 Uhr Ortszeit aus ihrem Wohnhaus im Stadtteil Dagamanet verschleppt. Die Täter flohen anschließend westwärts in Richtung Ingall und setzten ihre Flucht in Richtung der malischen Grenze fort. Diese Region gilt als Rückzugs- und Operationsgebiet extremistischer Gruppierungen, darunter Ableger des Islamischer Staat.

Nach Einschätzung von Sicherheitsexperten bestehen Parallelen zu weiteren Entführungsfällen in der Region. Bereits im Januar 2025 wurde eine österreichische Staatsbürgerin unter ähnlichen Umständen in Agadez entführt. Kurz darauf wurde auch eine spanische Touristin im Süden Algeriens verschleppt, wobei die Täter ebenfalls in Richtung Mali flohen. Obwohl bislang keine Gruppe offiziell die Verantwortung für den Fall übernommen hat, deute tdas Muster auf koordinierte Aktivitäten hin, möglicherweise durch Zellen des IS-GS. Entführungen westlicher Staatsbürge erfolgen häufig mit dem Ziel, Lösegeld zu erpressen.

Abbt lebte seit mehreren Jahren in Agadez und engagierte sich in der Förderung lokaler Kunsthandwerker. Ihr soziales Engagement machte sie vor Ort bekannt, könnte sie jedoch auch zu einem gezielten Ziel gemacht haben.