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Anschlag auf strategische Pipeline

11.03.3025 | In der Nacht vom 11. auf den 12. März 2025 wurde im Gebiet Dan-Kassari in der Region Dosso im Niger ein Anschlag auf die Niger-Benin-Ölpipeline verübt. Unbekannte Angreifer setzten einen improvisierten Sprengsatz (IED) ein und verursachten erhebliche Schäden an der Infrastruktur. Der Angriff unterbrach eine zentrale wirtschaftliche Versorgungsroute und verdeutlicht die zunehmende Instabilität in der Region.

Die Niger-Benin-Ölpipeline gilt als eine der wichtigsten wirtschaftlichen Lebensadern des Landes. Seit der Inbetriebnahme durch die “China National Petroleum Corporation” (CNPC) im Januar 2024 wurde die Infrastruktur wiederholt Ziel von Sabotageakten. Der jüngste Angriff stellt bereits den zehnten dokumentierten Vorfall dieser Art dar.

Die Region Dosso ist seit Monaten Schauplatz komplexer Konfliktdynamiken. Verschiedene nichtstaatliche Akteure kämpfen um politischen Einfluss, territoriale Kontrolle und Zugang zu Ressourcen. Sicherheitsanalysten sehen in der Pipeline ein symbolisches und strategisches Ziel, da sie sowohl wirtschaftliche Interessen als auch internationale Kooperation repräsentiert.

Als mögliche Urheber kommen mehrere Gruppierungen infrage:

Die “Front Patriotique de Libération” (FPL)**, gegründet von Mahmoud Sallah im August 2023, verfolgt das Ziel, die durch den Militärputsch gestürzte Regierung von Mohamed Bazoum wieder einzusetzen. Die Gruppe bekannte sich bereits im Juni 2024 zu einem ähnlichen Anschlag auf dieselbe Pipeline. Trotz Berichten über die Festnahme Sallahs am 23. Februar 2025 in Libyen durch Kräfte von Khalifa Haftar bleibt die Organisation offenbar operativ handlungsfähig.

Ebenfalls im Fokus steht die Gruppierung “Jama’at Nusrat al-Islam wa al-Muslimin” (JNIM), die insbesondere im Grenzgebiet zwischen Niger und Benin aktiv ist. Sie nutzt gezielte Sabotageakte, um staatliche Kontrolle zu untergraben und ihre Präsenz auszubauen.

Darüber hinaus operiert der “Islamischer Staat in der Größeren Sahara” (IS-GS) im Westen des Landes. Diese Gruppierung konkurriert mit anderen Akteuren um Einfluss und Ressourcen und greift regelmäßig wirtschaftlich relevante Infrastruktur an.