19.02.2025 | Am 15. Februar 2025 verübte der 23-jährige Syrer Ahmad G. in der Innenstadt von Villach einen islamistisch motivierten Messerangriff, bei dem ein 14-jähriger Jugendlicher getötet und fünf weitere Personen teils schwer verletzt wurden. Wie aus Sicherheitskreisen bekannt wurde, konsumierte der Tatverdächtige in den Tagen vor der Tat intensiv dschihadistische Propaganda über TikTok, Telegram und andere Online-Kanäle. Er soll gezielt Videos gestreamt haben, die ihn zur Tat ermutigten, darunter Inhalte mit Bezug zur Terrororganisation “Islamischer Staat”(IS).
Ahmad G., der seit 2020 mit einer österreichischen Aufenthaltsberechtigung in Villach lebte, war den Behörden bislang nicht als radikalisiert bekannt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Traunstein wurde er bereits im September 2020 an der deutsch-österreichischen Grenze mit einer gefälschten spanischen ID-Karte aufgegriffen und später in Deutschland wegen Urkundenfälschung zu einer Geldstrafe verurteilt. Nach kurzer Haft in Thüringen kehrte er nach Österreich zurück, wo er laut Vermietern und Nachbarn in letzter Zeit zunehmend abweisend wirkte. In seiner Wohnung fanden Ermittler eine selbstgefertigte IS-Fahne aus Mülltüten.
Das Landesgericht Klagenfurt verhängte am 19. Februar 2025 Untersuchungshaft gegen den Beschuldigten, die zunächst bis zum 5. März galt und später verlängert wurde. Die Staatsanwaltschaft führt die Ermittlungen unter dem Verdacht des Mordes und versuchten Mordes und wertet derzeit das Handy des Täters aus, um mögliche Verbindungen zu weiteren Personen oder Online-Anstiftern zu prüfen. Bisher gibt es keine Hinweise auf Mittäter, die Radikalisierung erfolgte laut Behörden primär über das Internet.
Unter den Verletzten befanden sich zwei 15-jährige Jugendliche, die lebensbedrohliche Stichverletzungen erlitten und intensivmedizinisch behandelt werden mussten. Ein 42-jähriger syrischer Essenslieferant verhinderte durch sein beherztes Eingreifen mit seinem Auto Schlimmeres und wurde für seinen couragierten Einsatz gelobt. Die Tat löste in Österreich breite Betroffenheit aus, Bundespräsident Alexander van der Bellen bezeichnete sie als „entsetzlich“, während Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) verschärfte Überwachungsmaßnahmen für bestimmte Personengruppen ankündigte.
Die Tat befeuert die Diskussion über Migration, Asylpolitik und Radikalisierungsprävention. Innenminister Karner forderte „anlasslose Massenüberprüfungen“ von Asylberechtigten mit syrischem und afghanischem Hintergrund, während Oppositionsparteien wie die FPÖ Versäumnisse der Behörden kritisierten. Gleichzeitig mahnten Vertreter der Kirche und der Zivilgesellschaft zur Besonnenheit und warnten vor Pauschalverurteilungen. Ein Sicherheitsgipfel in Kärnten soll weitere Sc hritte zur Terrorabwehr besprechen.