Vereitelter Ausbruchsversuch in al-Hol

11.12.2025 | Die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) haben einen koordinierten Ausbruchsversuch im Flüchtlingslager al-Hol erfolgreich verhindert. Nach Sicherheitsangaben waren 18 Frauen und Kinder an dem Vorhaben beteiligt, die mutmaßliche Verbindungen zur Terrormiliz “Islamischer Staat” (IS) aufweisen. Unter ihnen befanden sich auch Staatsangehörige aus Russland und Turkmenistan. Der Vorfall verdeutlicht erneut die fragile Sicherheitslage in dem Lager, das seit Jahren als neuralgischer Punkt sowohl humanitärer als auch sicherheitspolitischer Herausforderungen gilt.

Al-Hol beherbergt Tausende Frauen und Kinder ehemaliger oder getöteter IS-Kämpfer und ist tief in die strategische Propaganda der Terrororganisation eingebettet. Der IS instrumentalisiert das Lager als Symbol eines angeblich fortbestehenden Unrechts an seinen Anhängern und stilisiert die Internierung als Beweis für Unterdrückung durch lokale und internationale Akteure. Diese Erzählung dient der Mobilisierung von Unterstützern und der Rechtfertigung weiterer Gewalt.
Die Lagerbevölkerung besteht überwiegend aus Angehörigen von IS-Mitgliedern, von denen viele weiterhin einer extremistischen Ideologie anhängen. Wiederholte Razzien haben gezeigt, dass sich trotz offizieller Vorgaben auch erwachsene Männer unerkannt im Lager aufhalten. Dadurch hat sich al-Hol zu einem hochverdichteten Raum ideologischer Radikalisierung entwickelt, in dem extremistische Netzwerke fortbestehen und Nachwuchs indoktriniert wird.

Im Verlauf des Jahres 2025 führten die SDF mehrfach gezielte Sicherheitsoperationen innerhalb des Lagers durch, um mutmaßliche IS-Strukturen zu zerschlagen. Sicherheitsbehörden warnen seit Langem davor, dass al-Hol faktisch eine wartende Reserve für den IS darstellt, sollte es der Organisation gelingen, größere Ausbrüche zu organisieren. Frühere Befreiungsversuche haben die Verwundbarkeit der regionalen Lager- und Haftinfrastruktur bereits offengelegt.