Humanitäre Lage im Al-Hol-Camp spitzt sich zu

Humanitäre Lage im Al-Hol-Camp spitzt sich zu

26.02.2025 | Das Al-Hol-Camp im Nordosten Syriens, eine provisorische Wüstenstadt, beherbergt fast vierzigtausend Insassen, darunter Flüchtlinge und Angehörige von Kämpfern des “Islamischen Staates” (IS). Die Menschen im Lager sind fast vollständig auf Hilfe von außen angewiesen. Nachdem der amerikanische Hilfsorganisation USAID der Geldhahn zugedreht wurde, droht nun die Einstellung der Hilfslieferungen.

Im Lager haben Komitees das Sagen, insbesondere in den Sektionen, in denen die Frauen von IS-Kämpfern leben. Die kurdischen Sicherheitskräfte versuchen, mit Razzien für Ordnung zu sorgen und die Kinder der ausländischen IS-Frauen zu deradikalisieren. Allerdings sind die Mittel begrenzt, und es fehlt an Kontrolle über Schmuggel und andere Aktivitäten.

Immer wieder haben die Kurden vor den unhaltbaren Zuständen im Lager gewarnt und darauf hingewiesen, dass es zu einer IS-Rekrutierungsbasis verkommen ist. Bislang stießen sie damit im Ausland auf taube Ohren. Nun fürchtet die Lagerverwaltung, dass die Lage komplett außer Kontrolle geraten könnte.

Neben den finanziellen Schwierigkeiten bereiten auch die neuen Verhältnisse in Syrien Sorge. Die Islamistengruppe “Hayat Tahrir al-Sham (HTS)”, die das Regime von Bashar al-Asad gestürzt hat, fordert die Kontrolle über das Lager, was die Kurden ablehnen. Sie befürchten, dass die HTS die IS-Mitglieder freilassen und eine Renaissance des IS provozieren könnte.

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