Die allgemeine Bedrohungslage in Uruguay durch Terrorismus wird als niedrig eingeschätzt. Historisch dominierten in den 1960er und 1970er Jahren die marxistisch-leninistischen Tupamaros, die Banküberfälle, Entführungen und Attentate verübten. Diese Gruppe ist seither politisch integriert und inaktiv. Aktuell sind keine aktiven lokalen Terrorgruppen bekannt. Externe Bedrohungen ergeben sich aus transnationalen Aktivitäten wie Terrorismusfinanzierung, Geldwäsche und Drogenhandel, insbesondere in der Grenzregion zu Brasilien und Argentinien, wo organisiertes kriminelles Handeln mögliche Schnittmengen mit terroristischer Finanzierung aufweist.
Uruguay diente bislang nicht als primäres Anschlagsziel, sondern als logistischer Rückzugsraum oder Transitgebiet für illegale Finanzströme internationaler Gruppen. Der Security Threats Index für Uruguay liegt 2024 bei 3,4, unter dem globalen Mittelwert von 4,87. Historische militärische Operationen wie die Operation Condor der 1970er Jahre, bei der staatliche Repressionsapparate oppositionelle Gruppen verfolgten, werden nicht als terroristische Bedrohung im modernen Sinn klassifiziert.
Spezifische Risiken konzentrieren sich auf urbane Zentren und touristische Gebiete. Zielobjekte umfassen diplomatische Vertretungen, insbesondere von Staaten wie den USA und Israel, jüdische Einrichtungen, internationale Hotels, Einkaufszentren, Universitäten und Verkehrsknotenpunkte. Anschlagsarten werden als Low-Impact eingestuft, darunter Messerangriffe, Fahrzeugattacken oder Störaktionen ohne Sprengstoff. Bombendrohungen gegen Bildungseinrichtungen, medizinische Zentren und Einkaufszentren in Montevideo im Jahr 2025 dokumentieren diese Möglichkeit, ohne dass tatsächliche Sprengsätze gefunden wurden.
Urbane Räume wie Montevideo oder Punta del Este weisen ein höheres Risiko für zivile Zielobjekte auf, während ländliche Gebiete, insbesondere entlang der Grenzen, eher als Transit- und Logistikraum für transnationale kriminelle Aktivitäten dienen. Grenzregionen wie Rivera und Chuy gelten als besonders permeabel.
Bezüglich Rückkehrern oder radikalisierten Personen zeigen Analysen keine nennenswerten lokalen Rekrutierungsnetzwerke. Hinweise auf uruguayische „Foreign Terrorist Fighters“ aus Konfliktgebieten wie Syrien oder Irak fehlen. Lokale Radikalisierung kann punktuell über das Internet stattfinden, wird jedoch von den Sicherheitsbehörden überwacht. Dokumentierte Fälle oder signifikante Bedrohungen durch Rückkehrer sind nicht verzeichnet.
Der „Islamische Staat“ mag militärisch besiegt sein, doch in Nordsyrien bereitet er seine nächste Generation vor. Al-Hol, das größte Internierungslager der Region, ist zu einem strategischen Rückzugsraum und Rekrutierungszentrum geworden. Zehntausende Anhänger und ihre Kinder leben hier unter Bedingungen, die die Kontrolle der kurdischen Sicherheitskräfte überfordern. Frauen übernehmen zentrale Rollen in der ideologischen Weitergabe, Kinder werden systematisch indoktriniert, und IS-Strukturen bestimmen das soziale Leben im Lager.