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Explosionen bei Gedenkzeremonie

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03.01.2024 | Bei einer Gedenkzeremonie in Kerman, der Heimatstadt des 2020 von einer US-Drohne in Bagdad getöteten iranischen Generals Qassem Soleimani, ereigneten sich zwei Explosionen. Laut Angaben des iranischen Staatsfernsehens wurden dabei mindestens 95 Menschen getötet und rund 211 verletzt. Die genaue Ursache der Explosionen ist noch unklar.

Die Explosionen inmitten der Menschenmenge erfolgten in einem Abstand von 15 Minuten in einer Entfernung von 700 und 1000 Metern auf zwei Straßen zur Moschee Saheb al-Zaman, in der Soleimani begraben liegt. Die Sprengsätze waren womöglich in Taschen versteckt und wurden aus der Ferne gezündet. [1]

Die Terrormiliz “Islamischer Staat” (IS) bekannte sich einen Tag später über Telegram zum Anschlag in der iranischen Stadt Kerman mit mehr als 80 Toten für sich reklamiert.Dies geht aus einer Erklärung der sunnitischen Gruppe hervor, die sie am Donnerstag über Telegram verbreitete. 

Eine Stellungnahme der Regierung in Teheran gab es nicht. Vertreter des Regimes gaben Israel die Schuld und verwiesen auf die Zerschlagung einer Terrorzelle im Juli 2023, die im Auftrag des israelischen Geheimdiensts Mossad einen Anschlag auf Soleimanis Grabmal geplant haben soll. Beweise wurden damals nicht präsentiert.

 [1] vgl. von Schwerin, Ulrich (2024): Terror am Grab des Generals. In: Neue Zürcher Zeitung, 04.01.2024; S.3