Haiti befindet sich in einer anhaltenden und komplexen Sicherheitskrise, die durch den weitgehenden Zusammenbruch staatlicher Strukturen sowie die Ausbreitung bewaffneter Gruppierungen geprägt ist. Diese kontrollieren große Teile des Landes, greifen staatliche Einrichtungen und kritische Infrastruktur an und finanzieren ihre Aktivitäten überwiegend durch organisierte Kriminalität, insbesondere Entführungen, Erpressung und Waffenhandel. Die Gewalt dient vor allem der Sicherung territorialer Kontrolle und wirtschaftlicher Interessen und weist teilweise Merkmale terroristischer Vorgehensweisen auf, ohne jedoch überwiegend ideologisch oder religiös motiviert zu sein. Gleichzeitig verschärfen Armut, politische Instabilität und die humanitäre Krise die Sicherheitslage und begünstigen die Rekrutierung neuer Mitglieder. Insgesamt ist kurzfristig keine nachhaltige Verbesserung der Lage zu erwarten; vielmehr spricht die aktuelle Entwicklung für eine weitere Konsolidierung bewaffneter Netzwerke und eine fortdauernde Destabilisierung des Landes.
