Die Maßnahmen der vietnamesischen Regierung zur Terrorismusbekämpfung sind umfassend, zentralisiert und stark sicherheitsorientiert. Charakteristisch ist ein weit verzweigter, hierarchisch organisierter Sicherheitsapparat, der maßgeblich durch das Ministerium für öffentliche Sicherheit gesteuert wird und eine hohe Präsenz staatlicher Kontrollinstrumente im gesamten Land gewährleistet. Besonders in urbanen Zentren ist die Polizeipräsenz deutlich sichtbar: Streifen, Überwachungseinheiten und stationäre Kontrollpunkte sind integraler Bestandteil des öffentlichen Raums und dienen sowohl der Prävention kriminalitätsbezogener Risiken als auch der Abwehr sämtlicher extremistischer Aktivitäten. Diese sichtbare Präsenz trägt wesentlich dazu bei, potenziellen externen Akteuren die operative Planung eines Anschlags zu erschweren.
Vietnam verfügt über ein eigenständiges Set an Anti-Terror-Gesetzen, die regelmäßig weiterentwickelt werden, um internationale Standards zu erfüllen. Dazu zählt insbesondere die Ausrichtung des Finanz- und Rechtssystems auf Maßnahmen zur Bekämpfung der Terrorismusfinanzierung. Die staatlichen Institutionen arbeiten kontinuierlich daran, regulatorische Lücken zu schließen, die missbraucht werden könnten, um Finanzströme terroristischer Netzwerke zu verschleiern. Ergänzend beteiligt sich Vietnam aktiv an internationalen sicherheitspolitischen Foren, Anti-Terror-Konferenzen sowie multilateralen Arbeitsgruppen. Kooperationen innerhalb regionaler Zusammenschlüsse – besonders ASEAN – sowie bilaterale Partnerschaften mit Nachbarstaaten und globalen Akteuren umfassen den Austausch sicherheitsrelevanter Informationen, die Abstimmung von Grenzmaßnahmen und die Beteiligung an gemeinsamen Trainingsprogrammen. Vietnam positioniert sich damit als konstruktiver Akteur in der internationalen Sicherheitsarchitektur.
Besondere Bedeutung kommt den Grenzkontrollen zu, da Vietnam ausgedehnte Landgrenzen zu Laos, China und Kambodscha aufweist, die geografisch schwer zu überwachen sind. Die Regierung hat in den vergangenen Jahren erhebliche Ressourcen eingesetzt, um diese Grenzgebiete sicherheitstechnisch aufzurüsten, darunter verstärkte Patrouillen, biometrische Kontrollpunkte und den Einsatz militärischer Einheiten in entlegenen Regionen. Diese Maßnahmen richten sich zwar primär gegen Schmuggel, Menschenhandel und andere Formen transnationaler Kriminalität, tragen jedoch gleichzeitig dazu bei, potenzielle Infiltrationen extremistischer Akteure zu verhindern.
Im Bereich der Notfallvorsorge verfolgt Vietnam einen stark zentralisierten Ansatz. Das Krisenmanagement ist eng an die Organisation des staatlichen Sicherheitsapparats geknüpft, wobei Entscheidungsbefugnisse in akuten Lagen in der Regel beim Innen- und Sicherheitsministerium liegen. Obwohl detaillierte Notfall- und Evakuierungspläne aus Gründen der staatlichen Informationspolitik nicht transparent kommuniziert werden, ist aufgrund der organisatorischen Strukturen davon auszugehen, dass Szenarien für terroristische Anschläge im nationalen Krisenplan verankert sind. Die medizinische Infrastruktur in den großen Städten verfügt über ausreichend Kapazitäten, um Massenunfallereignisse zu bewältigen. Zusätzlich stehen militärische Krankenhäuser bereit, die im Krisenfall in die Versorgung eingebunden werden können. Regelmäßige nationale Übungen – häufig im Kontext von Naturkatastrophen wie Taifunen oder Überschwemmungen – stärken zusätzlich die staatliche Reaktionsfähigkeit und schaffen Synergien für den Umgang mit hybriden Bedrohungslagen.
Die Bevölkerung selbst ist nur in begrenztem Maße in die Notfallvorsorge eingebunden, was typisch für autoritär geprägte Sicherheitsstrukturen ist. Öffentliche Warnsysteme existieren, jedoch stehen präventive Aufklärungskampagnen weniger im Vordergrund als in westlich-demokratischen Staaten. Stattdessen fokussiert sich die Regierung auf zentrale Steuerung, geschlossene Informationsketten und die frühzeitige Mobilisierung staatlicher Kräfte.
Indien hat seine diplomatischen Anstrengungen intensiviert, um die von Pakistan aus operierende Terrorgruppe „The Resistance Front“ (TRF), einen Ableger der “Lashkar-e-Taiba” (LeT), offiziell auf die Sanktionsliste der Vereinten Nationen setzen zu lassen. Hintergrund ist die mutmaßliche Beteiligung der TRF am Terroranschlag von Pahalgam im indischen Bundesstaat Jammu und Kashmir am 22. April, 2025 bei dem zahlreiche Menschen ums Leben kamen.
Eine indische Delegation traf sich dazu in New York mit hochrangigen Vertretern des UN-Büros für Terrorismusbekämpfung (UNOCT) sowie der Exekutivdirektion des Anti-Terrorismus-Ausschusses (CTED). Ziel der Gespräche ist es, die internationale Gemeinschaft und insbesondere das Überwachungsteam des Sanktionsausschusses 1267 von der Einstufung der TRF als Terrororganisation zu überzeugen. Die indische Delegation koordiniert sich dabei eng mit weiteren Partnerstaaten innerhalb der Vereinten Nationen.
Indien betont, dass eine Listung der TRF als Terrororganisation ein entscheidender Schritt zur Eindämmung grenzüberschreitender Terroraktivitäten und zur Stärkung der internationalen Sicherheit wäre. Die Regierung appelliert an die internationale Staatengemeinschaft, gemeinsam entschlossen gegen Terrorismus und seine Unterstützer vorzugehen.
Nach dem Terroranschlag auf Touristen im indisch kontrollierten Teil Kaschmirs am 22. April 2025, bei dem 26 Menschen getötet wurden, hat Indien seine militärischen Operationen gegen terroristische Ziele in Pakistan vorläufig eingestellt.
Premierminister Narendra Modi betonte, dass diese Einsätze lediglich pausieren und künftige Maßnahmen vom Verhalten Pakistans abhängen werden. Im Rahmen der Operation “Sindoor” hatte Indien gezielte Luftangriffe auf mehrere mutmaßliche Terroristenlager in Pakistan und im pakistanisch kontrollierten Teil Kaschmirs durchgeführt und nach eigenen Angaben neun Lager zerstört.
Die Angriffe erfolgten als direkte Reaktion auf den Terroranschlag, für den Indien Pakistan eine Mitverantwortung zuschreibt. Islamabad weist jede Beteiligung an dem Anschlag zurück. Infolge der indischen Militäraktion kam es zu heftigen Gefechten und gegenseitigen Luftangriffen in den Grenzregionen.
Die Bedrohungslage Vietnams im Hinblick auf internationalen Terrorismus gilt im globalen Vergleich als ausgesprochen gering. Das Land war in der modernen Geschichte weder Ziel noch Ausgangspunkt bedeutender, international vernetzter terroristischer Aktivitäten. Weder jihadistische Netzwerke wie Al-Qaida oder der sogenannte “Islamische Staat” (IS) noch andere transnationale extremistische Organisationen verfügen über eine nachweisbare operative Struktur im Land. Diese relative Sicherheit ist vor allem auf Vietnams weitreichende staatliche Kontrolle über gesellschaftliche, religiöse und politische Aktivitäten zurückzuführen. Die Regierung unterhält ein engmaschiges Überwachungs- und Sicherheitsregime, das potenzielle extremistische Entwicklungen im frühen Stadium identifiziert und unterbindet. Gleichzeitig prägt eine starke Betonung politischer Stabilität und ideologischer Geschlossenheit die sicherheitspolitische Kultur des Landes.
Die Hauptschwerpunkte der vietnamesischen Sicherheitsbehörden liegen traditionell weniger im Bereich des internationalen Terrorismus, sondern im Umgang mit innerstaatlichen Herausforderungen. Dazu zählen politische Dissidenz, soziale Unruhen in Regionen ethnischer Minderheiten – insbesondere im zentralen Hochland – sowie grenzüberschreitende Kriminalität an den Landesgrenzen zu Laos, China und Kambodscha. Diese Phänomene werden im Regierungsdiskurs teilweise als Bedrohungen für die staatliche Einheit bezeichnet, entsprechen jedoch analytisch nicht der Logik des globalen, politisch-ideologischen Terrorismus. Dennoch verdeutlichen sie den sicherheitspolitischen Fokus auf potenzielle Instabilitätsfaktoren, die in autoritär regierten Staaten oft stärker gewichtet werden als die Gefahr externer terroristischer Akteure.
Potenzielle Zielobjekte eines theoretischen terroristischen Anschlags konzentrieren sich primär auf urbane Zentren wie Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt. Dort befinden sich die empfindlichsten gesellschaftlichen Bereiche – Regierungsgebäude, Botschaften, internationale Unternehmen, Verkehrsknotenpunkte und beliebte touristische Orte. Auch wenn keine konkreten Hinweise auf geplante Anschläge vorliegen, gelten stark frequentierte öffentliche Räume grundsätzlich als jene Orte, an denen im unwahrscheinlichen Fall eines Anschlags die größte Wirkung erzielt werden könnte.
Die Unterscheidung zwischen Stadt und Land ist in Vietnam sicherheitspolitisch besonders ausgeprägt: Während urbane Räume aufgrund ihrer wirtschaftlichen und symbolischen Bedeutung theoretisch anfälliger wären, weisen ländliche Regionen ein nahezu vernachlässigbares Terrorrisiko auf, da sie einer dichten staatlichen Kontrolle und lokalen sozialen Überwachung unterliegen.
Bezüglich möglicher radikalisierter Personen oder Rückkehrer aus jihadistischen Konfliktgebieten liegen keine belastbaren, öffentlich dokumentierten Hinweise vor. Vietnam zählt zu den Ländern mit äußerst geringen Zahlen sogenannter Foreign Fighters. Gründe dafür sind die strikte staatliche Kontrolle religiöser Organisationen, umfassende Beschränkungen digitaler Informationskanäle sowie eine ideologisch homogenisierte Gesellschaftsstruktur, die radikale Gegenmilieus nur schwer entstehen lässt. Auch eine potenzielle lokale Rekrutierung durch islamistische Netzwerke gilt als äußerst unwahrscheinlich, da Vietnam weder über große marginalisierte muslimische Gemeinschaften noch über soziale Räume verfügt, in denen transnationale Extremisten traditionell Fuß fassen. Online-Propaganda wird von den Behörden durch Filtertechnologien und strenge Internetaufsicht weitgehend blockiert, was die Anfälligkeit zusätzlich reduziert.
Dennoch schließt die vietnamesische Regierung die Möglichkeit internationaler Bedrohungen nicht aus. Im Bereich der Terrorismusfinanzierung führt das Land kontinuierliche Reformen seines Wirtschafts- und Finanzsektors durch, um Geldwäsche und unregulierte Finanzströme einzudämmen. Die Behörden betonen gegenüber internationalen Partnern ihre Entschlossenheit, jede Form von Terrorismus zu bekämpfen, und beteiligen sich an multilateralen Foren zur Sicherheitspolitik sowie an Initiativen zur Stärkung der internationalen Kooperation. Zwar ist die Transparenz staatlicher Sicherheitskommunikation eingeschränkt, doch deutet die Konsistenz der staatlichen Berichte darauf hin, dass Vietnam kein strukturelles Problem mit religiösem oder ideologisch motiviertem Terrorismus hat.

Zwei mutmaßliche Terroristen festgenommen
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