Die Maßnahmen der lettischen Regierung und Sicherheitsbehörden zur Terrorismusbekämpfung zeichnen sich durch einen umfassenden, mehrschichtigen Ansatz aus, der sowohl rechtliche, organisatorische als auch präventive Elemente integriert. Zentraler Akteur ist der Staatssicherheitsdienst (Valsts drošības dienests, VDD), dessen Anti-Terror-Zentrum die koordinierende Hauptrolle innehat. Dieses Zentrum führt regelmäßig nationale Anti-Terror-Übungen durch, wie die groß angelegte Übung „Dinaburg 2025“, die die Einsatzfähigkeit von Polizei, Nationalgarde, Rettungsdiensten und politischer Führung unter realitätsnahen Bedingungen testete. Die nationale Anti-Terror-Planung wird fortlaufend evaluiert und an veränderte Bedrohungslagen angepasst, was sowohl institutionelle Resilienz als auch operative Flexibilität stärken soll.
Rechtlich verfügt Lettland über eine ausgeprägt strenge Anti-Terror-Gesetzgebung, die im Strafgesetzbuch verankert ist und für terroristische Straftaten bis zu lebenslange Freiheitsstrafen vorsieht. Zu den wichtigsten Normen zählen die Strafbarkeit von Terrorismusfinanzierung, Rekrutierung, Ausbildung sowie die öffentliche Billigung terroristischer Handlungen. Ergänzend dazu existieren verschärfte Regelungen zur Überwachung extremistischer Online-Inhalte. Die Grenzkontrollen an den EU-Außengrenzen zu Russland und Belarus wurden im Zuge der geopolitischen Spannungen erheblich intensiviert und fokussieren insbesondere auf Szenarien wie illegale Migration, Schmuggel, subversive Einflussnahme und mögliche infiltrierende Akteure.
Die internationale Einbettung Lettlands ist ein zentraler Bestandteil seiner Sicherheitsarchitektur. Das Land ist Mitglied aller relevanten UN- und europäischen Abkommen zur Terrorismusbekämpfung und arbeitet eng mit EU-, NATO- und OSZE-Strukturen zusammen. Besonders hervorzuheben ist die Kooperation mit den NATO-Partnern, darunter Kanada als Rahmennation der Enhanced Forward Presence. Gemeinsame Lageanalysen, Informationsaustausch und multinationale Übungen stärken Lettlands Fähigkeit, auf komplexe oder transnationale Bedrohungen angemessen zu reagieren.
Auch im Bereich der Notfallvorsorge und zivilen Sicherheit wurden erhebliche Fortschritte erzielt. Der VDD veröffentlicht regelmäßig Aufklärungsmaterialien für die Bevölkerung, darunter Videos mit Verhaltensempfehlungen bei Terrorlagen, um die gesamtgesellschaftliche Resilienz zu erhöhen. Die nationale Übungspraxis umfasst realitätsnahe Szenarien wie Geisellagen, Anschläge auf öffentliche Veranstaltungen oder Massenverletztenlagen. Dabei werden Triage-Prozesse, Evakuierungen, die Zusammenarbeit von Ermittlungsbehörden sowie psychologische Erstbetreuung trainiert, um Interoperabilität und Reaktionsgeschwindigkeit zu erhöhen.
Die medizinische Notfallvorsorge stützt sich auf ein verzahntes Netz ziviler Krankenhäuser, Rettungsdienste und militärmedizinischer Kapazitäten. Bei großvolumigen Lagen können diese Strukturen durch internationale Unterstützung ergänzt werden. Fachanalysen betonen die Bedeutung schneller Verwundetentransporte, redundanter logistischer Ketten und grenzüberschreitender Kooperation, insbesondere im Rahmen der NATO-Notfallplanung.
Indien hat seine diplomatischen Anstrengungen intensiviert, um die von Pakistan aus operierende Terrorgruppe „The Resistance Front“ (TRF), einen Ableger der “Lashkar-e-Taiba” (LeT), offiziell auf die Sanktionsliste der Vereinten Nationen setzen zu lassen. Hintergrund ist die mutmaßliche Beteiligung der TRF am Terroranschlag von Pahalgam im indischen Bundesstaat Jammu und Kashmir am 22. April, 2025 bei dem zahlreiche Menschen ums Leben kamen.
Eine indische Delegation traf sich dazu in New York mit hochrangigen Vertretern des UN-Büros für Terrorismusbekämpfung (UNOCT) sowie der Exekutivdirektion des Anti-Terrorismus-Ausschusses (CTED). Ziel der Gespräche ist es, die internationale Gemeinschaft und insbesondere das Überwachungsteam des Sanktionsausschusses 1267 von der Einstufung der TRF als Terrororganisation zu überzeugen. Die indische Delegation koordiniert sich dabei eng mit weiteren Partnerstaaten innerhalb der Vereinten Nationen.
Indien betont, dass eine Listung der TRF als Terrororganisation ein entscheidender Schritt zur Eindämmung grenzüberschreitender Terroraktivitäten und zur Stärkung der internationalen Sicherheit wäre. Die Regierung appelliert an die internationale Staatengemeinschaft, gemeinsam entschlossen gegen Terrorismus und seine Unterstützer vorzugehen.
Nach dem Terroranschlag auf Touristen im indisch kontrollierten Teil Kaschmirs am 22. April 2025, bei dem 26 Menschen getötet wurden, hat Indien seine militärischen Operationen gegen terroristische Ziele in Pakistan vorläufig eingestellt.
Premierminister Narendra Modi betonte, dass diese Einsätze lediglich pausieren und künftige Maßnahmen vom Verhalten Pakistans abhängen werden. Im Rahmen der Operation “Sindoor” hatte Indien gezielte Luftangriffe auf mehrere mutmaßliche Terroristenlager in Pakistan und im pakistanisch kontrollierten Teil Kaschmirs durchgeführt und nach eigenen Angaben neun Lager zerstört.
Die Angriffe erfolgten als direkte Reaktion auf den Terroranschlag, für den Indien Pakistan eine Mitverantwortung zuschreibt. Islamabad weist jede Beteiligung an dem Anschlag zurück. Infolge der indischen Militäraktion kam es zu heftigen Gefechten und gegenseitigen Luftangriffen in den Grenzregionen.
Die aktuelle terroristische Bedrohungslage in Lettland wird vom Staatssicherheitsdienst (Valsts drošības dienests, VDD) als niedrig eingestuft. Historisch war das Land in der jüngeren Vergangenheit kaum von terroristisch motivierten Anschlägen betroffen, weder durch islamistische noch durch rechts- oder linksideologische Täter.
Die sicherheitspolitische Schwerpunktlage wird derzeit stärker durch die geopolitische Konfrontation zwischen Russland und der Ukraine geprägt, welche transnationale Risiken, hybride Bedrohungen sowie eine erhöhte Sensibilität an den Außengrenzen zur Folge hat. Lettlands Entscheidung, Russland offiziell als „Terrorismus unterstützenden Staat“ zu klassifizieren, unterstreicht die politische Einschätzung eines feindlich gesinnten, potenziell destabilisierenden Umfeldes. Rein terroristische Aktivitäten im engeren Sinne spielen jedoch im Land weiterhin eine untergeordnete Rolle.
Gleichwohl existieren einzelne Risikodimensionen, insbesondere im Bereich rechtsextremer Einzeltäter, online-basierter Radikalisierungsprozesse und potenzieller Rückkehrer aus jihadistisch geprägten Konfliktgebieten. Vor Ort zeigen sich keine etablierten terroristischen Strukturen; dennoch wird Lettland – wie alle EU-Mitgliedstaaten – in propagandistischen Narrativen jihadistischer Akteure weiterhin als legitimes Ziel adressiert. Der historische Anschlag der rechtsextremen Gruppe Pērkonkrusts im Jahr 1997 markiert den bedeutendsten terroristischen Vorfall der neueren lettischen Geschichte. Auch wenn seither keine vergleichbaren Taten registriert wurden, zeigt dieses Beispiel, dass politisch-ideologisch motivierte Gewalt grundsätzlich möglich bleibt.
Als aufkommender Risikofaktor gilt laut VDD insbesondere die Zunahme rechtsextremer Tendenzen unter Jugendlichen. Diese entstehen überwiegend im digitalen Raum, oft in subkulturellen Milieus und über verschlüsselte Plattformen wie Telegram. Der Dienst weist darauf hin, dass trotz niedriger konkreter Anschlagsgefahr eine wachsende Akzeptanz extremistischer Ideologien und Gewaltfantasien ein sicherheitspolitisches Frühwarnsignal darstellt. Diese Entwicklung ist nicht zuletzt im Kontext internationaler Bezugspunkte wie Anders Breivik oder Brenton Tarrant zu sehen, die auch in Lettland innerhalb der extremistischen Szene vereinzelt als Vorbilder dienen.
Hinsichtlich möglicher Zielkategorien orientiert sich das Risikoprofil an europäischen Mustern. Besonders gefährdet wären stark frequentierte, symbolträchtige oder infrastrukturell bedeutende Orte – vor allem in Riga, wo Regierungs- und Verwaltungsgebäude, diplomatische Vertretungen, touristische Hotspots sowie Verkehrsknotenpunkte konzentriert sind. Auch Einrichtungen von Minderheiten und Bildungseinrichtungen können im Kontext rechtsextremer Tatfantasien relevant werden, wie ein vereitelter Anschlagsplan eines Breivik-Sympathisanten zeigt. Ländliche Regionen sind als Tatorte weniger attraktiv, können jedoch als unauffällige Rückzugs- oder Vorbereitungsträume dienen, etwa zur Lagerung von Material oder zum Testen von Sprengsätzen.
Als wahrscheinlichste Anschlagsarten gelten niedrigschwellige Methoden wie der Einsatz improvisierter Sprengsätze, Brandstiftung, Messer- oder Schusswaffenangriffe sowie Fahrzeugattacken. Komplexe, arbeitsteilige Operationen werden aufgrund der begrenzten extremistischen Szene in Lettland als wenig plausibel eingestuft. Parallel dazu rücken hybride Bedrohungen verstärkt in den Fokus: Cyberangriffe, Sabotageakte gegen kritische Infrastruktur oder Desinformationskampagnen aus Russland oder Belarus bewegen sich im Zwischenraum von Terrorismus, Spionage und staatlicher Einflussnahme und können die allgemeine Sicherheitslage erheblich beeinflussen.
Bezüglich islamistisch motivierter Risiken verzeichnet Lettland im europäischen Vergleich nur vereinzelt Ausreisen in jihadistische Konfliktzonen. Rückkehrer werden offiziell nur am Rande thematisiert, bleiben aber Gegenstand sicherheitsbehördlicher Beobachtung. Eine erhöhte Aufmerksamkeit besteht zudem hinsichtlich der potenziellen Nutzung des Finanzsektors zur Terrorismusfinanzierung, der in nationalen Risikoanalysen mit einem mittleren Gefährdungsgrad bewertet wird. Entsprechend intensiviert der Staat die Überwachung sensibler Sektoren wie Banken, Immobilienhandel und Gütertransfer.

Zwei mutmaßliche Terroristen festgenommen
250917-kolumbien-04