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Abdul Ballout radikalisierte sich nach bisherigen Erkenntnissen schrittweise im islamistischen Milieu. Bereits im Jahr 2024 geriet er in den Fokus der Sicherheitsbehörden, nachdem er über soziale Medien Propagandamaterial der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) verbreitet haben soll. Im Mai 2026 wurde er vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.
Nach seiner Entlassung galt Ballout weiterhin als islamistischer Gefährder. Das Landeskriminalamt Berlin richtete nach Medienberichten eigens die Ermittlungsgruppe „Seegans“ ein, um seine Aktivitäten zu überwachen. Neben Observationen wurde auch seine Telekommunikation überwacht. Nach außen verhielt sich Ballout zunächst unauffällig. Beobachtungen des Mobilen Einsatzkommandos zeigten ihn bei alltäglichen Erledigungen, während er sich teilweise tagelang in seiner Wohnung aufhielt.
Anfang Juli 2026 änderte sich sein Verhalten. Nach Medienberichten testete Ballout offenbar gezielt die Überwachungsmaßnahmen der Polizei. Am 2. Juli trat er mit einer täuschend echt aussehenden Spielzeugpistole vor seine Haustür und kehrte nach wenigen Sekunden wieder zurück. Nachdem die Polizei am folgenden Tag seine Wohnung durchsucht und die Attrappenwaffe gefunden hatte, dürfte Ballout erkannt haben, dass er unter Beobachtung stand.
Die Ermittler gehen zudem davon aus, dass Ballout mindestens zwei Mobiltelefone nutzte. Während die Sicherheitsbehörden ein überwachtes Handy mit überwiegend unauffälligen Gesprächen und Gebeten registrierten, soll er für die eigentliche Tatvorbereitung ein weiteres, bislang nicht überwachtes Mobiltelefon verwendet haben. Dieses sogenannte „Terror-Handy“ könnte der verdeckten Kommunikation gedient haben.
Ausgewertete Fahrzeugdaten deuten darauf hin, dass Ballout am Tattag mit dem gemieteten Transporter in einem auffälligen Zickzack-Kurs durch Berlin fuhr. Nach Einschätzung der Ermittler könnte dieses Fahrverhalten darauf hindeuten, dass er während der Fahrt Anweisungen erhielt oder zumindest mit einer weiteren Person in Kontakt stand. Dafür liegen bislang jedoch keine bestätigten Beweise vor; die Ermittlungen dauern an.
Am 26. Juli 2026 soll Ballout den Anschlag auf den Berliner Christopher Street Day (CSD) verübt haben. Dabei raste er mit einem Transporter in eine Menschenmenge, tötete eine 65-jährige Frau und verletzte 31 weitere Personen. Einen Tag später wurde er von Einsatzkräften des Spezialeinsatzkommandos (SEK) in einer Kleingartenanlage in Berlin-Spandau aufgespürt. Nach offiziellen Angaben griff Ballout die Beamten mit einem Messer an, worauf diese von ihrer Schusswaffe Gebrauch machten. Ballout wurde von drei Kugeln getroffen und erlag noch am Einsatzort seinen Verletzungen.