Senegal

Senegal verstärkt Sicherheitsmaßnahmen an der Ostgrenze

02.08.2025 | Der Senegal hat die Entsendung zusätzlicher Gendarmerieeinheiten in die östlichen Regionen des Landes angekündigt. Betroffen sind die Regionen Tambacounda, Kédougou und Saraya, die an die von jihadistischen Gruppen aktiven Gebiete in Mali und Burkina Faso grenzen. Diese Maßnahme soll die Sicherheit an der Grenze erhöhen und die Bevölkerung vor möglichen Angriffen schützen.

Die Entscheidung wurde im Rahmen eines erweiterten Sicherheitsplans getroffen, der auch die verstärkte Präsenz von Sicherheitskräften in anderen Teilen des Landes umfasst. Ziel ist es, die nationale Sicherheit zu gewährleisten und die Ausbreitung extremistischer Aktivitäten zu verhindern.

Die senegalesischen Behörden haben betont, dass die neuen Sicherheitsmaßnahmen in enger Zusammenarbeit mit internationalen Partnern und regionalen Organisationen durchgeführt werden, um eine effektive Bekämpfung der Bedrohung durch jihadistische Gruppen zu gewährleisten.

Die verstärkten Sicherheitsvorkehrungen an der Ostgrenze spiegeln das wachsende Engagement des Senegal wider, die regionale Stabilität zu fördern und die Sicherheit seiner Bürger zu schützen.

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Dschihadistische Aktivitäten nehmen im Osten Senegals um das Siebenfache zu

28.04.2025 | Die Region Kayes im Westen Malis, unweit der Grenze zu Senegal, erlebt einen drastischen Anstieg islamistischer Gewalt. Die Aktivitäten der mit al-Qaida verbundenen Gruppe “Jama’at Nusrat al-Islam wal-Muslimin “ (JNIM) haben zwischen 2021 und 2024 versiebenfacht. Ziel der Extremisten ist es offenbar, nach Ostsenegal vorzudringen.

Die Gegend im Dreiländereck von Mali, Mauretanien und Senegal ist seit Jahren ein Brennpunkt dschihadistischer Gewalt. Besonders der grenzüberschreitende Nationalpark W-Arly-Pendjari dient als Rückzugs- und Operationsgebiet für bewaffnete Gruppen.

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Senegal ist bislang von terroristischen Anschlägen verschont geblieben – und doch rückt das Land zunehmend ins Blickfeld islamistischer Gruppierungen, die in Westafrika und insbesondere in der Sahelzone agieren.

Ein wesentlicher Grund für dieses strategische Interesse liegt in Senegals engen sicherheits- und außenpolitischen Beziehungen zu Frankreich sowie in seiner aktiven Beteiligung an internationalen Friedensmissionen, insbesondere in Mali.

Die in Mali operierende al-Qaida-nahe Koalition “Jama’at Nusrat al-Islam wal-Muslimin” (JNIM) hat zwar bislang keine expliziten Drohungen gegen Senegal ausgesprochen. Auch liegen derzeit keine Hinweise auf konkrete Anschlagsplanungen im Landesinneren vor. Die Expansion der JNIM geben Grund zum Anlass, dass sich die Sicherheitslage in den Regionen an der Grenze zu Mali mittel- bis langfristig verschlechtern wird.

Auch die Hauptstadt Dakar könnte perspektivisch ins Fadenkreuz geraten – nicht zuletzt wegen ihrer Symbolkraft und internationalen Präsenz. Als potenzielle Ziele kämen dabei vor allem stark frequentierte öffentliche Orte infrage, die bei Ausländern und der lokalen Elite gleichermaßen beliebt sind: etwa internationale Hotels, westlich geführte Restaurants, diplomatische Einrichtungen sowie religiöse Stätten des sufistischen Islam, der von jihadistischen Gruppen als ideologischer Gegner betrachtet wird.

Die anhaltende Kampagne militanter islamistischer Gruppen zur Unterminierung staatlicher Kontrolle in Mali hat die sicherheitspolitische Lage entlang der senegalesisch-malischen Grenze deutlich verschärft – insbesondere in den östlichen Regionen Tambacounda und Kédougou.

Dort sind die Risiken grenzüberschreitender Übergriffe sowie sogenannter Spillover-Effekte in den vergangenen Monaten messbar gestiegen. Dennoch gehen Sicherheitsexperten davon aus, dass ein tieferes Vordringen militanter Gruppen in senegalesisches Kerngebiet auf absehbare Zeit unwahrscheinlich bleibt.

Islamistisch-extremistische Akteure werden Mali voraussichtlich weiterhin als prioritäres Operationsgebiet betrachten und kein strategisches Interesse daran haben, im Senegal eine neue Front zu eröffnen.

Islamistische militante Gruppen werden wahrscheinlich versuchen, die anhaltenden sozioökonomischen Missstände im Senegal auszunutzen, insbesondere in den Grenzregionen. Beide Regionen leiden unter einer begrenzten Infrastruktur und unzureichenden staatlichen Investitionen, obwohl sie reich an natürlichen Ressourcen, insbesondere Gold, sind. Diese Gruppen sind dafür bekannt, dass sie Gebiete infiltrieren, in denen staatliche Institutionen als abwesend oder ineffektiv wahrgenommen werden, und oft einspringen, um Versorgungslücken zu schließen, indem sie grundlegende Infrastruktur wie Brunnen, Strom und andere wichtige Dienstleistungen bereitstellen. Im Senegal gibt es zwar noch keine Aufzeichnungen über Gruppen, die diese Strategie umsetzen, aber dies würde es ihnen ermöglichen, lokale Unterstützung und Legitimität zu gewinnen und sich als Alternative zum Staat zu positionieren.

Das Fortbestehen kastenbasierter sozialer Strukturen in mehreren Gemeinschaften in beiden Regionen verschärft die bestehenden wirtschaftlichen Ungleichheiten zusätzlich. Da das Kastensystem im Islam nicht anerkannt ist, könnten militante islamistische Gruppen versuchen, dieses Thema zu nutzen, indem sie Narrative von Einheit und sozialer Gerechtigkeit fördern, um Unterstützung von marginalisierten Gruppen zu gewinnen.

Ein weiterer potenzieller Auslöser für Radikalisierung und Rekrutierung sind die in beiden Regionen anhaltenden Spannungen zwischen Hirten und Bauern, insbesondere über die Landnutzung. Sollten die Behörden in den kommenden Monaten die Streitigkeiten so lösen, dass sie den Eindruck erwecken, dass eine Gruppe gegenüber einer anderen bevorzugt wird, könnten militante islamistische Gruppen das Gefühl der Ungerechtigkeit und des Verlassenseins nutzen, um die Rekrutierung zu fördern, ihre Ideologie zu verbreiten und in diesen gefährdeten Gebieten eine Dynamik aufzubauen.

 

Obwohl dies derzeit unwahrscheinlich ist, würden militante islamistische Gruppen wahrscheinlich versuchen, jeden vermeintlichen Versuch der Regierung auszunutzen, islamische Gemeinschaften und religiöse Praktiken zu isolieren oder zu verfolgen. Die überwiegende Mehrheit der senegalesischen Muslime praktiziert eine Form des Islam, die sich an den Sufi-Traditionen orientiert und allgemein als moderat gilt. Es gibt ber auch Personen, die salafistischen Ideologien anhängen und sich für eine radikalere Auslegung des Islam einsetzen, einschließlich der Einführung der Scharia im Senegal. Sie sind bundesweit in Moscheen als Imame aktiv, aber auch in Schulen und religiösen Organisationen.  Versuche, solche Aktivitäten einzuschränken, stellen eine Hauptbedrohung für eine breitere Radikalisierung dar. Bislang wurden aber keine Schritte unternommen, um ihre Aktivitäten oder islamischen religiösen Praktiken generell zu unterdrücken. 

Im kommenden Jahr wird Senegal seine Kapazitäten zur Terrorismusbekämpfung weiter ausbauen. Geplant sind unter anderem eine vertiefte geheimdienstliche Zusammenarbeit mit der EU, den USA und Kanada sowie gemeinsame Militärmanöver mit den Nachbarstaaten Mali und Mauretanien. Die sicherheitspolitische Partnerschaft mit Frankreich und weiteren westlichen Akteuren dürfte dabei uneingeschränkt fortbestehen.

Ein Rückgang der senegalesischen Fähigkeiten zur Terrorabwehr ist daher kurzfristig nicht zu erwarten. Entsprechend bleibt das Risiko für Anschläge im Landesinneren auch weiterhin als niedrig einzuschätzen. 

Die Streitkräfte gelten als professionell, ausgebildet und gut ausgerüstet – und genießen in weiten Teilen der Bevölkerung Rückhalt. Dieses Vertrauensverhältnis ist entscheidend für die Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinschaften und den Zugang zu human intelligence, der für effektive Anti-Terror-Operationen unverzichtbar ist.

Die Regierung in Dakar pflegt überdies konstruktive Beziehungen zu den Nachbarstaaten Mali und Mauretanien – unter anderem durch regelmäßige gemeinsame Patrouillen und den Austausch nachrichtendienstlicher Informationen entlang der gemeinsamen Grenzen. Diese bilaterale Kooperation gilt als tragende Säule der regionalen Sicherheitsarchitektur und wird auch in den kommenden Monaten fortgeführt werden.

Entscheidend für die mittelfristige Entwicklung ist allerdings die Dynamik in den angrenzenden Sahelstaaten. Trotz durchlässiger Grenzen und anhaltender sozioökonomischer Belastungen gilt Senegal als vergleichsweise widerstandsfähig – nicht zuletzt dank einer stabilen Sicherheitsarchitektur, einer pluralistisch gelebten, moderaten Religionspraxis und einer bemerkenswert hohen gesellschaftlichen Kohäsion.

Die senegalesischen Behörden haben in den letzten Jahren als Reaktion auf die militante Bedrohung die Präsenz des Militärs in den Grenzregionen zu Mali verstärkt. Ein Militärstützpunkt der senegalesischen Streitkräfte in Goudiry (Region Tambacounda), der 2022 eröffnet wurde, beaufsichtigt Operationen in den Regionen Tambacounda und Kédougou, die zur senegalesischen Militärzone Nr. 2 gehören. Darüber hinaus werden Einheiten der „Rapid Action Surveillance and Intervention Group“ (GARSI) regelmäßig in Grenzgebieten eingesetzt, insbesondere in Kidira (Region Tambacounda). Die GARSI-Einheiten, die sich aus Gendarmerieelementen zusammensetzen, zielen darauf ab, die Präventions- und Reaktionsfähigkeiten der nationalen Sicherheitskräfte zu stärken, wobei der Schwerpunkt auf der Sicherung abgelegener Grenzgebiete liegt.

Nach dem Ende der US-Militärkampagne gegen die Huthis am 6. Mai 2025 erklärte US-Präsident Donald Trump, die Gruppe habe „kapituliert“. Tatsächlich ist der Rückzug der USA jedoch ebenso sehr ein Eingeständnis des Scheiterns der Mission wie Ausdruck der Zurückhaltung, sich in einen noch tieferen Konflikt hineinziehen zu lassen.

Die USA begannen im Dezember 2023 mit Angriffen auf die bewaffnete Gruppe, um die Huthi-Angriffe im Roten Meer zu stoppen, die zwei Monate zuvor als Reaktion auf Israels Militäreinsatz im Gazastreifen begonnen hatten. Diese Angriffe führten dazu, dass der kommerzielle Schiffsverkehr durch den Suezkanal um 60–70 % zurückging.

Oberflächlich betrachtet scheinen die verstärkten US-Luftschläge zunächst erfolgreich gewesen zu sein, da die Huthi-Angriffe seit März weitgehend ausblieben. Doch dieser taktische Erfolg brachte keine strategischen Fortschritte: Trotz der massiven Angriffe konnten die Huthis weiterhin US-Ziele und Israel attackieren, und der Handelsschiffsverkehr hat sich bislang nicht spürbar erholt. Zudem nutzten die Huthis die US-Kampagne, um ihre Kontrolle im Inland zu festigen und feiern den US-Rückzug nun als eigenen Sieg. Ein ranghoher Huthi-Vertreter, Mohammed Abdul Salam, erklärte, Amerika habe „nachgegeben“.

Um die Schifffahrtsrouten im Roten Meer wiederherzustellen, müssen europäische und amerikanische Partner an einer nachhaltigen Lösung arbeiten. Es braucht Druck auf die Huthis, aber auch einen neuen politischen Prozess für den Jemen und die Behebung der akuten staatlichen Defizite des Landes. Nur so lässt sich die Machtbasis der Huthis schwächen und ihre militanten Aktivitäten eindämmen.

Innere Spannungen

Die Huthis kamen 2014 mit Gewalt an die Macht, übernahmen die Kontrolle über die Hauptstadt Sanaa und lösten einen siebenjährigen Bürgerkrieg aus, der zu einer der schlimmsten humanitären Katastrophen der Welt führte – mit über 100.000 Todesopfern. Das Land ist seither faktisch geteilt: Der Norden und Westen stehen unter Kontrolle der Huthis, der Süden, Osten und Teile des Zentrums werden von der international anerkannten, aber zersplitterten Regierung in Aden verwaltet.

Trotz militärischer Überlegenheit und Kontrolle über mindestens 60 % der Bevölkerung fehlt den Huthis nationale Legitimität. Sie lehnten eine inklusive politische Lösung ab und scheiterten an der Bereitstellung grundlegender staatlicher Dienstleistungen. Die Bevölkerung leidet unter hohen Steuern, ausbleibenden Gehältern im öffentlichen Dienst und mangelhafter Versorgung mit Lebensmitteln und sauberem Wasser.

Im Dezember 2023 setzte das Welternährungsprogramm (WFP) seine humanitäre Hilfe für sechs Monate aus, da die Huthis die Verteilung für eigene Zwecke missbrauchten und bevorzugt Kämpferfamilien bedachten. Nach Wiederaufnahme der Hilfe erreichte das WFP nur noch 6,5 Millionen Menschen statt zuvor 9 Millionen.

Diese Missstände führten zu wachsendem Unmut und Protesten in Huthi-Gebieten. Im März 2023 kam es nach dem Tod eines Huthi-Kritikers in Haft zu Massenprotesten, und auch landesweite Feiertage wurden zum Anlass für Demonstrationen gegen die Gruppe, die mit Verhaftungswellen reagierte. Besonders nach dem von der UNO vermittelten Waffenstillstand im April 2022, der den ersten landesweiten Frieden seit sieben Jahren brachte, wurden die Regierungsdefizite der Huthis deutlich sichtbar. Dies schwächte ihre zuvor große interne Geschlossenheit, und Machtkämpfe zwischen führenden Huthi-Figuren wie Mohammed Ali al-Huthi und Ahmed Hamid traten offen zutage.

Wie die Huthis den Gaza-Krieg und US-Angriffe ausnutzten

Der Krieg in Gaza und die westlichen Gegenangriffe im Roten Meer boten den Huthi-Anführern die Möglichkeit, ihre Macht zu festigen. Die Gruppe nutzte die Situation, um die Bevölkerung in Kriegsbereitschaft zu halten, ihre ideologische Legitimation zu erneuern und Kritik an ihrer Regierungsführung zu unterdrücken.

Die Huthis unterstützten offen die Hamas-Operation gegen Israel im Oktober 2023 und starteten ihre eigene Kampagne „Schlacht der verheißenen Eroberung“ zur Unterstützung Gazas, zu der auch die Angriffe im Roten Meer gehörten. Im Inland intensivierten sie ihre religiöse und ideologische Propaganda, etwa durch Radiosendungen, Schulprogramme und regelmäßige Ansprachen ihres Anführers Abdulmalik al-Huthi, der immer wieder den „göttlichen Sieg“ beschwor. Siege gegen überlegene Gegner wie die saudisch geführte Koalition, die USA oder Israel werden als Beweis für diese göttliche Legitimität dargestellt.

Doch die Huthis setzten nicht nur auf Ideologie: Sie nutzten den Gaza-Krieg auch zur massiven militärischen Mobilisierung. Kurz nach Beginn der Krise starteten sie zweiwöchige Militärübungen, an denen im Dezember 2023 rund 16.000 Rekruten teilnahmen – ein Rekordwert, der ihre Absicht unterstreicht, die Gesellschaft weiter zu militarisieren.

Diese Machtkonsolidierung zeigte sich auch in der Regierungsstruktur: Im August 2024 installierten die Huthis eine ausschließlich aus eigenen Mitgliedern bestehende Regierung und schafften die richterliche Unabhängigkeit ab. Im Sommer 2024 häuften sich Festnahmen von UN- und NGO-Mitarbeitern, die in inszenierten Geständnissen für die Probleme des Landes verantwortlich gemacht wurden.

Die US-geführten Luftschläge verstärkten paradoxerweise diese Dynamik noch. Die Huthis sind es gewohnt, äußeren Druck zu widerstehen, und verfügen über eigene sowie iranisch unterstützte militärische Fähigkeiten. Trotz der Angriffe konnten sie weiterhin US-Schiffe attackieren, Drohnen abschießen und sogar Israels Hauptflughafen angreifen. Der US-Rückzug wird nun als weiterer „göttlicher Sieg“ inszeniert.

Jenseits militärischer Maßnahmen

Trotz jahrelanger Militärinterventionen – von der saudischen Invasion 2015 bis zu den aktuellen US-Angriffen – bleiben die Huthis die dominierende Kraft im Jemen. Die US-Luftschläge konnten zwar die Angriffe auf die Schifffahrt vorübergehend eindämmen, haben aber die strukturellen Ursachen für den Aufstieg und Machterhalt der Huthis nicht beseitigt. Im Gegenteil: Sie drohen, den Konflikt zu verlängern und die Huthis weiter zu verankern, wodurch der Spielraum für eine politische Lösung schrumpft.

Militärischer und wirtschaftlicher Druck kann Teil einer Strategie sein, um die Huthis an den Verhandlungstisch zu bringen. Doch ohne politische Perspektive wird dies nicht gelingen. Westliche Staaten, darunter die USA und europäische Länder, sollten daher verstärkt den jemenitischen Staatsaufbau unterstützen und Wege für einen politischen Dialog schaffen, etwa durch gerechtere Verteilung von Staatseinnahmen. Dabei ist enge Zusammenarbeit mit den Golfstaaten, insbesondere Saudi-Arabien, entscheidend.

Auch die international anerkannte Regierung muss dringend reformiert werden, um ihre Legitimität zu stärken: Verfassungsreformen, Aufbau professioneller Sicherheitskräfte, Bekämpfung von Korruption und lokale Verwaltungsreformen sind nötig. Die Golfstaaten könnten zudem mit wirtschaftlichen Anreizen wie Wiederaufbauhilfen und Arbeitsmöglichkeiten für Jemeniten die Attraktivität von Verhandlungen erhöhen.

Um die Angriffe im Roten Meer nachhaltig zu beenden, müssen die USA und ihre europäischen Partner in die Stabilisierung des Jemen investieren. Eine umfassende politische Strategie ist zwar komplexer als rein militärische Ansätze, aber sie ist der einzige Weg zu einer dauerhaften Lösung.

Das Ergenis der Angriffe der US-Luftwaffe auf EInrichtungen der Huthi im Jemen sind aus US-Sicht weniger überzeugend als erwartet. Die Rebellen haben zwar einige hochrangige Funktionäre verloren und wurden Drohnenfabriken der Rebellen zerstört sowie einige Nachschubwege über das Meer aus dem Iran und über Land aus dem Oman unterbrochen, empfindlich getroffen wurde Huthi aber nicht. Bunker und Waffendepots der Miliz hätten US-Angriffen bisher widerstanden. Zudem verfügen die die Huthis über riesige Vorräte an konventionellen Waffen. Zudem reichten den Rebellen schon ein paar Lkw-Ladungen eingeschmuggelter Raketen- und Drohnenteile, um die Angriffe auf die Schifffahrt monatelang fortzusetzen. Bei der US-Marine könnte hingegen bald die Präzisionsmunition knapp werden.

Die Huthis hatten im November 2023 mit Angriffen auf Handels- und Kriegsschiffe im Roten Meer begonnen, um der ebenfalls vom Iran unterstützten Hamas im Krieg gegen Israel zu helfen. Bei Inkrafttreten der Gaza-Waffenruhe am 19. Januar stellten die Huthis das Feuer ein, nahmen die Angriffe im März aber wieder auf, als Israel die Feuerpause beendete. 

Bei der Beschaffung ihrer Waffen stützen sich die Huthis auf Lieferungen aus dem Iran, auf Eigenbau und auf eroberte Arsenale der Regierung. Sie haben schätzungsweise 100.000 Kämpfer, die auf einen radikal antiwestlichen Kurs eingeschworen sind. „Gott ist groß, Tod den USA, Tod den Israelis, verflucht seien die Juden, der Islam soll siegen“, lautet ihr Motto. 

Auch politisch profitieren die Huthis von US-Militärschlägen. Ihr Fanatismus machte die schiitischen Rebellen in den vergangenen Jahren bei vielen Jemeniten unbeliebt, doch ihr Widerstand gegen die Weltmacht USA verbessert ihr Image. Die USA seien in den Augen vieler Jemeniten der Aggressor. So können die Huthis jetzt mehr neue Kämpfer anwerben als vor der Konfrontation mit den Amerikanern. Ohne einen Großangriff mit Bodentruppen, um die Huthis aus Sanaa und anderen Landesteilen zu vertreiben, dürften die Rebellen nicht zu beeindrucken sein.

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