Nigeria

Nigerianische Truppen eliminieren führende Kommandeure

27.08.25 | In den Bundesstaaten Borno und Yobe führten Truppen der Operation HADIN KAI im Zeitraum vom 21. bis 23. August 2025 mehrere zielgerichtete Anti-Terror-Einsätze durch. Dabei wurden führende Kommandeure von Boko Haram neutralisiert – namentlich Abu Nazir (Munzir of Juye) und Abu Fatima (Munzir of Koloram) –, zusätzlich wurden Dutzende weitere Kämpfer getötet.

Wahab, Akinbayo (2025): Nigerian Troops Eliminate Top Terrorist Commanders, Dozens of Fighters in One Week. In: Vanguard News, 27. August 2025. Text abrufbar unter: https://www.vanguardngr.com/2025/08/nigerian-troops-eliminate-top-terrorist-commanders-dozens-of-fighters-in-one-week/.

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Nigerianische Truppen wehren ISWAP-Angriff ab

25.08.25 | Nigerianische Soldaten unter Operation HADIN KAI haben einen nächtlichen Angriff mutmaßlicher Mitglieder des “Islamic State West Africa Province“ (IS-WAP) auf die Stadt Gajigana im Magumeri Local Government Area von Borno erfolgreich abgewehrt.

Die Angreifer griffen gegen 1:30 Uhr Ortszeit ein Posten der Civilian Joint Task Force (CJTF) an. Bei dem Gefecht wurden die Terroristen zurückgeschlagen, wobei sie laut Militärquellen nicht näher bezifferte Verluste erlitten.

Bello, Kabeer (2025): Troops repel ISWAP midnight raid in Borno, inflict casualties on terrorists. In: Daily Post Nigeria, 25. August 2025. Text abrufbar unter: https://dailypost.ng/2025/08/25/troops-repel-iswap-midnight-raid-in-borno-inflict-casualties-on-terrorists/.

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Nigerianische Truppen töten 2 Terroristen

25.08.25 | Die nigerianische Armee hat in der Region Sokoto zwei mutmaßliche Mitglieder der Lakurawa-Terrorgruppe getötet. Die Operation fand in einem abgelegenen Gebiet statt, das als Hochburg der Gruppe gilt. Die Soldaten stießen auf Widerstand, konnten jedoch die beiden Verdächtigen neutralisieren.

Abuchi, Joe/Abuchi, Joe (2025): Troops Kill 2 Lakurawa Terrorists in Sokoto. THE AUTHORITY NEWS. Text abrufbar unter: https://authorityngr.com/2025/08/25/troops-kill-2-lakurawa-terrorists-in-sokoto/.

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Angriff abgewehrt

13.08.25 | Truppen der nordöstlichen Einsatzformation “Operation Hadin Kai” (OPHK) haben entlang der Bundesstraße Maiduguri–Kareto–Damasak im Bundesstaat Borno einen Hinterhalt der Terrororganisation Boko Haram vereitelt. Die Angreifer hatten eine improvisierte Sprengvorrichtung (IED) gezündet und anschließend das Feuer eröffnet. Dank schneller Reaktion konnten die Soldaten den Angriff abwehren und zahlreiche Terroristen ausschalten.

Bei der anschließenden Durchsuchung des Gebietes wurden unter anderem ein PKT-Maschinengewehr, ein AK-47-Gewehr, mehrere Magazine, große Mengen Munition sowie zwei Handgranaten sichergestellt. Auf Seiten der OPHK-Truppen gab es keine Verluste.

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Nigerianische Streitkräfte schlagen Angriff von Boko Haram zurück
11.08.2025 | Bei einem Angriff von Boko Haram auf die Gemeinde Rann im Nordosten Nigerias haben die nigerianischen Streitkräfte sieben Terroristen getötet. Die Soldaten konnten den Angriff erfolgreich abwehren und die Sicherheit der Gemeinde gewährleisten.

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Vier Militante an der algerisch-nigrischen Grenze getötet
11.08.25| Bei einer Sicherheitsoperation an der Grenze zwischen Algerien und Niger wurden vier bewaffnete Extremisten getötet. Die Einsatzkräfte stellten mehrere Gewehre sicher.
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Nigerianische Streitkräfte neutralisieren zwei Terroristen

10.08.2025 | Die Nigerianischen Armee hat die erfolgreiche Neutralisierung von zwei Terroristen sowie die Sicherstellung von Waffen und Munition bei separaten Operationen in den Bundesstaaten Zamfara und Kebbi bestätigt.

Eine Kampfpatrouille im Dorf Tubali im Shinkafi Local Government Area (LGA) von Zamfara tötete einen Terroristen und stellte ein AK-47-Gewehr sicher.

Am Konangoro-Duko-Kreuzungspunkt im Arewa Local Government Area von Kebbi wurden mehrere Terroristen verfolgt, was zum Tod eines von ihnen führte. Eines AK-47-Gewehrs sowie zweier Magazine wurden sichergestellt.

Karim, Kabore (2025): Burkina/Gulmu : L’armée anéantit une colonne d’assaillants. BurkinaInfo - Toute L’information Du Burkina Faso En Temps Réel. Text abrufbar unter: https://burkinainfo.com/2025/08/10/burkina-gulmu-larmee-aneantit-une-colonne-dassaillants/.

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Nigerianische Streitkräfte befreien 12 Entführungsopfer

03.08.2025 | Nigerianische Streitkräfte haben im Rahmen mehrerer Operationen gegen Terroristen, Entführer und andere kriminelle Gruppierungen in verschiedenen Bundesstaaten des Landes bedeutende Erfolge erzielt.

In der Hauptstadtregion FCT Gwagwalada sowie im Bundesstaat Nasarawa wurden 12 entführte Personen befreit, während zwei Terroristen getötet und zwei weitere festgenommen wurden. Die Einsatzkräfte konnten bei der Erstürmung der Verstecke der Kriminellen zahlreiche Waffen, Munition, Motorräder und Fahrzeuge sicherstellen.

In der Niger-Delta-Region wurden im Zuge der Operation Delta Safe Öldiebstähle im Wert von über 73 Millionen Naira aufgedeckt. Es konnten 63.824 Liter gestohlenes Rohöl und 11.190 Liter illegal raffinierten Diesel beschlagnahmt sowie vier illegale Raffinerien, Öfen, Gruben, Boote, Tanks und Fässer zerstört werden. Dabei wurden neun mutmaßliche Öldiebe festgenommen.

Weitere Erfolge gab es bei Operationen in Delta, Bayelsa, Plateau, Katsina, Zamfara, Kebbi, Sokoto und im Nordosten Nigerias. Dort wurden Terroristen getötet, Festnahmen vorgenommen und mehrere entführte Personen befreit. Zudem gelang die sichere Entschärfung von IEDs (Sprengfallen) und die Beschlagnahmung von Waffen, Fahrzeugen und Kommunikationsgeräten.

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IS und al Qaida erstarken in Afrika und Syrien

01.08.2025 | Die Vereinten Nationen schlagen Alarm: Die Bedrohung durch den “Islamischen Staat” (IS) und al Qaida nimmt weltweit nicht ab – sie verlagert sich. Laut einem neuen Bericht, der Ende Juli 2025 dem UN-Sicherheitsrat vorgelegt wurde, erleben beide Gruppen einen gefährlichen Aufschwung, insbesondere in Afrika und Syrien. Während ihre militärische Schlagkraft im Irak und Syrien seit Jahren geschwächt scheint, nutzen sie instabile Regionen, mangelnde Staatlichkeit und soziale Ungleichheit, um neue Einflussräume zu erschließen.

In Afrika wird die Lage besonders kritisch. Al Qaida-nahe Gruppierungen wie Jama’at Nasr al Islam wal Muslimin (JNIM) und die somalische al Shabab weiten ihren Einfluss aus – insbesondere in der Sahelzone, wo sie bereits teilweise Territorium kontrollieren. Gleichzeitig erstarkt der sogenannte „Islamische Staat in der Großen Sahara“ entlang der Grenzregionen zwischen Niger und Nigeria. Die UN sieht diese Entwicklung mit großer Sorge, da schwache staatliche Strukturen und fehlende Perspektiven für die Bevölkerung den Terrororganisationen idealen Nährboden bieten.

Auch Syrien bleibt ein zentrales Anliegen der internationalen Gemeinschaft. Trotz des weitgehenden militärischen Rückzugs der Extremisten wird das Land nach wie vor als Rückzugsort, Rekrutierungsraum und Planungszentrum für internationale Anschläge genutzt. Rund 5.000 ausländische Kämpfer halten sich noch immer in Syrien auf – viele davon in Haftlagern oder unter prekären Bedingungen, was ein langfristiges Sicherheitsrisiko birgt. Zudem gewinnen Gruppierungen wie “Hayat Tahrir al Sham” (HTS) zunehmend Kontrolle über Regionen im Nordwesten, wodurch neue Spannungen entstehen.

Zunehmend nutzen Terrorgruppen auch digitale Wege, um internationale Radikalisierungs- und Rekrutierungskampagnen durchzuführen. Der afghanische Ableger ISIL-K verbreitet seine Ideologie über soziale Medien und Messaging-Dienste weltweit. In der Folge kam es zu mehreren Anschlägen in Europa und Nordamerika – darunter ein Angriff in New Orleans sowie ein vereitelter Anschlag auf eine US-Militärbasis.

Die UN fordert ein Umdenken in der Terrorismusbekämpfung. Reine Militärstrategien greifen zu kurz – stattdessen müssten die Ursachen angegangen werden, etwa Armut, Jugendarbeitslosigkeit, schwache Bildungssysteme und fragile Institutionen. Der UN-Generalsekretär betonte daher die Bedeutung von langfristiger Entwicklungszusammenarbeit, besserer Regierungsführung und Investitionen in Gesundheit und Bildung. Nur so könne verhindert werden, dass extremistische Gruppen weiteren Zulauf erhalten.

Besonders besorgniserregend ist laut UN die ausgeklügelte Finanzierung der Terrornetzwerke: Mittels anonymer Geldtransfers, Cloud-basierter „Hawala“-Netzwerke, weiblicher Kuriere und „Drop Boxes“ mit Sicherheitscodes agieren sie weitgehend unsichtbar für klassische Finanzkontrollsysteme.

Die internationale Gemeinschaft steht nun vor der Herausforderung, effektive, koordinierte Strategien zu entwickeln – besonders in afrikanischen Brennpunkten. Eine stärkere Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen, gemeinsame Grenzkontrollen, Informationsaustausch sowie die konsequente Bekämpfung von Geldwäsche und Waffenhandel sind zentrale Bausteine.

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Einsatz von Drohen bei Angriff auf Militärbasis
18.05.2025 | Die islamistische Terrorgruppe “Islamic State West Africa Province” (IS-WP) hat bei einem nächtlichen Angriff auf eine nigerianische Militärbasis in Borno erstmals bewaffnete Drohnen eingesetzt. Die Attacke begann mit vier Drohnen, die Sprengsätze abwarfen, bevor ISWAP-Kämpfer den Stützpunkt angriffen. Fünf Soldaten kamen dabei ums Leben.
ISWAP hat bislang Drohnen vor allem zur Aufklärung und Propaganda genutzt. Der gezielte Einsatz von Drohnen als Waffen deutet darauf hin, dass die Gruppe zunehmend technische Unterstützung und Know-how von der internationalen Terrororganisation Islamischer Staat erhält.
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Nach dem Ende der US-Militärkampagne gegen die Huthis am 6. Mai 2025 erklärte US-Präsident Donald Trump, die Gruppe habe „kapituliert“. Tatsächlich ist der Rückzug der USA jedoch ebenso sehr ein Eingeständnis des Scheiterns der Mission wie Ausdruck der Zurückhaltung, sich in einen noch tieferen Konflikt hineinziehen zu lassen.

Die USA begannen im Dezember 2023 mit Angriffen auf die bewaffnete Gruppe, um die Huthi-Angriffe im Roten Meer zu stoppen, die zwei Monate zuvor als Reaktion auf Israels Militäreinsatz im Gazastreifen begonnen hatten. Diese Angriffe führten dazu, dass der kommerzielle Schiffsverkehr durch den Suezkanal um 60–70 % zurückging.

Oberflächlich betrachtet scheinen die verstärkten US-Luftschläge zunächst erfolgreich gewesen zu sein, da die Huthi-Angriffe seit März weitgehend ausblieben. Doch dieser taktische Erfolg brachte keine strategischen Fortschritte: Trotz der massiven Angriffe konnten die Huthis weiterhin US-Ziele und Israel attackieren, und der Handelsschiffsverkehr hat sich bislang nicht spürbar erholt. Zudem nutzten die Huthis die US-Kampagne, um ihre Kontrolle im Inland zu festigen und feiern den US-Rückzug nun als eigenen Sieg. Ein ranghoher Huthi-Vertreter, Mohammed Abdul Salam, erklärte, Amerika habe „nachgegeben“.

Um die Schifffahrtsrouten im Roten Meer wiederherzustellen, müssen europäische und amerikanische Partner an einer nachhaltigen Lösung arbeiten. Es braucht Druck auf die Huthis, aber auch einen neuen politischen Prozess für den Jemen und die Behebung der akuten staatlichen Defizite des Landes. Nur so lässt sich die Machtbasis der Huthis schwächen und ihre militanten Aktivitäten eindämmen.

Innere Spannungen

Die Huthis kamen 2014 mit Gewalt an die Macht, übernahmen die Kontrolle über die Hauptstadt Sanaa und lösten einen siebenjährigen Bürgerkrieg aus, der zu einer der schlimmsten humanitären Katastrophen der Welt führte – mit über 100.000 Todesopfern. Das Land ist seither faktisch geteilt: Der Norden und Westen stehen unter Kontrolle der Huthis, der Süden, Osten und Teile des Zentrums werden von der international anerkannten, aber zersplitterten Regierung in Aden verwaltet.

Trotz militärischer Überlegenheit und Kontrolle über mindestens 60 % der Bevölkerung fehlt den Huthis nationale Legitimität. Sie lehnten eine inklusive politische Lösung ab und scheiterten an der Bereitstellung grundlegender staatlicher Dienstleistungen. Die Bevölkerung leidet unter hohen Steuern, ausbleibenden Gehältern im öffentlichen Dienst und mangelhafter Versorgung mit Lebensmitteln und sauberem Wasser.

Im Dezember 2023 setzte das Welternährungsprogramm (WFP) seine humanitäre Hilfe für sechs Monate aus, da die Huthis die Verteilung für eigene Zwecke missbrauchten und bevorzugt Kämpferfamilien bedachten. Nach Wiederaufnahme der Hilfe erreichte das WFP nur noch 6,5 Millionen Menschen statt zuvor 9 Millionen.

Diese Missstände führten zu wachsendem Unmut und Protesten in Huthi-Gebieten. Im März 2023 kam es nach dem Tod eines Huthi-Kritikers in Haft zu Massenprotesten, und auch landesweite Feiertage wurden zum Anlass für Demonstrationen gegen die Gruppe, die mit Verhaftungswellen reagierte. Besonders nach dem von der UNO vermittelten Waffenstillstand im April 2022, der den ersten landesweiten Frieden seit sieben Jahren brachte, wurden die Regierungsdefizite der Huthis deutlich sichtbar. Dies schwächte ihre zuvor große interne Geschlossenheit, und Machtkämpfe zwischen führenden Huthi-Figuren wie Mohammed Ali al-Huthi und Ahmed Hamid traten offen zutage.

Wie die Huthis den Gaza-Krieg und US-Angriffe ausnutzten

Der Krieg in Gaza und die westlichen Gegenangriffe im Roten Meer boten den Huthi-Anführern die Möglichkeit, ihre Macht zu festigen. Die Gruppe nutzte die Situation, um die Bevölkerung in Kriegsbereitschaft zu halten, ihre ideologische Legitimation zu erneuern und Kritik an ihrer Regierungsführung zu unterdrücken.

Die Huthis unterstützten offen die Hamas-Operation gegen Israel im Oktober 2023 und starteten ihre eigene Kampagne „Schlacht der verheißenen Eroberung“ zur Unterstützung Gazas, zu der auch die Angriffe im Roten Meer gehörten. Im Inland intensivierten sie ihre religiöse und ideologische Propaganda, etwa durch Radiosendungen, Schulprogramme und regelmäßige Ansprachen ihres Anführers Abdulmalik al-Huthi, der immer wieder den „göttlichen Sieg“ beschwor. Siege gegen überlegene Gegner wie die saudisch geführte Koalition, die USA oder Israel werden als Beweis für diese göttliche Legitimität dargestellt.

Doch die Huthis setzten nicht nur auf Ideologie: Sie nutzten den Gaza-Krieg auch zur massiven militärischen Mobilisierung. Kurz nach Beginn der Krise starteten sie zweiwöchige Militärübungen, an denen im Dezember 2023 rund 16.000 Rekruten teilnahmen – ein Rekordwert, der ihre Absicht unterstreicht, die Gesellschaft weiter zu militarisieren.

Diese Machtkonsolidierung zeigte sich auch in der Regierungsstruktur: Im August 2024 installierten die Huthis eine ausschließlich aus eigenen Mitgliedern bestehende Regierung und schafften die richterliche Unabhängigkeit ab. Im Sommer 2024 häuften sich Festnahmen von UN- und NGO-Mitarbeitern, die in inszenierten Geständnissen für die Probleme des Landes verantwortlich gemacht wurden.

Die US-geführten Luftschläge verstärkten paradoxerweise diese Dynamik noch. Die Huthis sind es gewohnt, äußeren Druck zu widerstehen, und verfügen über eigene sowie iranisch unterstützte militärische Fähigkeiten. Trotz der Angriffe konnten sie weiterhin US-Schiffe attackieren, Drohnen abschießen und sogar Israels Hauptflughafen angreifen. Der US-Rückzug wird nun als weiterer „göttlicher Sieg“ inszeniert.

Jenseits militärischer Maßnahmen

Trotz jahrelanger Militärinterventionen – von der saudischen Invasion 2015 bis zu den aktuellen US-Angriffen – bleiben die Huthis die dominierende Kraft im Jemen. Die US-Luftschläge konnten zwar die Angriffe auf die Schifffahrt vorübergehend eindämmen, haben aber die strukturellen Ursachen für den Aufstieg und Machterhalt der Huthis nicht beseitigt. Im Gegenteil: Sie drohen, den Konflikt zu verlängern und die Huthis weiter zu verankern, wodurch der Spielraum für eine politische Lösung schrumpft.

Militärischer und wirtschaftlicher Druck kann Teil einer Strategie sein, um die Huthis an den Verhandlungstisch zu bringen. Doch ohne politische Perspektive wird dies nicht gelingen. Westliche Staaten, darunter die USA und europäische Länder, sollten daher verstärkt den jemenitischen Staatsaufbau unterstützen und Wege für einen politischen Dialog schaffen, etwa durch gerechtere Verteilung von Staatseinnahmen. Dabei ist enge Zusammenarbeit mit den Golfstaaten, insbesondere Saudi-Arabien, entscheidend.

Auch die international anerkannte Regierung muss dringend reformiert werden, um ihre Legitimität zu stärken: Verfassungsreformen, Aufbau professioneller Sicherheitskräfte, Bekämpfung von Korruption und lokale Verwaltungsreformen sind nötig. Die Golfstaaten könnten zudem mit wirtschaftlichen Anreizen wie Wiederaufbauhilfen und Arbeitsmöglichkeiten für Jemeniten die Attraktivität von Verhandlungen erhöhen.

Um die Angriffe im Roten Meer nachhaltig zu beenden, müssen die USA und ihre europäischen Partner in die Stabilisierung des Jemen investieren. Eine umfassende politische Strategie ist zwar komplexer als rein militärische Ansätze, aber sie ist der einzige Weg zu einer dauerhaften Lösung.

Das Ergenis der Angriffe der US-Luftwaffe auf EInrichtungen der Huthi im Jemen sind aus US-Sicht weniger überzeugend als erwartet. Die Rebellen haben zwar einige hochrangige Funktionäre verloren und wurden Drohnenfabriken der Rebellen zerstört sowie einige Nachschubwege über das Meer aus dem Iran und über Land aus dem Oman unterbrochen, empfindlich getroffen wurde Huthi aber nicht. Bunker und Waffendepots der Miliz hätten US-Angriffen bisher widerstanden. Zudem verfügen die die Huthis über riesige Vorräte an konventionellen Waffen. Zudem reichten den Rebellen schon ein paar Lkw-Ladungen eingeschmuggelter Raketen- und Drohnenteile, um die Angriffe auf die Schifffahrt monatelang fortzusetzen. Bei der US-Marine könnte hingegen bald die Präzisionsmunition knapp werden.

Die Huthis hatten im November 2023 mit Angriffen auf Handels- und Kriegsschiffe im Roten Meer begonnen, um der ebenfalls vom Iran unterstützten Hamas im Krieg gegen Israel zu helfen. Bei Inkrafttreten der Gaza-Waffenruhe am 19. Januar stellten die Huthis das Feuer ein, nahmen die Angriffe im März aber wieder auf, als Israel die Feuerpause beendete. 

Bei der Beschaffung ihrer Waffen stützen sich die Huthis auf Lieferungen aus dem Iran, auf Eigenbau und auf eroberte Arsenale der Regierung. Sie haben schätzungsweise 100.000 Kämpfer, die auf einen radikal antiwestlichen Kurs eingeschworen sind. „Gott ist groß, Tod den USA, Tod den Israelis, verflucht seien die Juden, der Islam soll siegen“, lautet ihr Motto. 

Auch politisch profitieren die Huthis von US-Militärschlägen. Ihr Fanatismus machte die schiitischen Rebellen in den vergangenen Jahren bei vielen Jemeniten unbeliebt, doch ihr Widerstand gegen die Weltmacht USA verbessert ihr Image. Die USA seien in den Augen vieler Jemeniten der Aggressor. So können die Huthis jetzt mehr neue Kämpfer anwerben als vor der Konfrontation mit den Amerikanern. Ohne einen Großangriff mit Bodentruppen, um die Huthis aus Sanaa und anderen Landesteilen zu vertreiben, dürften die Rebellen nicht zu beeindrucken sein.

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