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- ÄGYPTEN -

LOKALISIERUNG

ANSCHLAGSZIELE

Der Terrorismus in Ägypten hat in den letzten Jahren eine komplexe und herausfordernde Dimension angenommen. Das Land hat eine lange Geschichte politischer Unruhen und extremistischer Aktivitäten erlebt, wobei bestimmte Regionen, insbesondere der Sinai, von anhaltenden Sicherheitsproblemen betroffen sind. Die Ursachen für den Terrorismus in Ägypten sind vielschichtig und reichen von politischen, wirtschaftlichen bis zu sozialen Faktoren.

Politisch gesehen hat Ägypten seit der Revolution im Jahr 2011, die zum Sturz von Präsident Hosni Mubarak führte, politische Unsicherheit erlebt. Die nachfolgenden politischen Umbrüche, einschließlich des kurzen Amtsantritts der Muslimbruderschaft und ihres späteren Sturzes, haben zu einer Polarisierung der Gesellschaft geführt. Einige extremistische Gruppen nutzen diese politische Instabilität aus, um ihre Agenda voranzutreiben.

Der Sinai, eine Grenzregion zu Israel und dem Gazastreifen, ist ein Hotspot für terroristische Aktivitäten. Hier operieren verschiedene Gruppen, darunter Ableger des sogenannten “Islamischen Staates” (IS) sowie Ansar Beit al-Maqdis. Diese Gruppen haben sich nicht nur gegen die ägyptische Regierung, sondern auch gegen andere religiöse und ethnische Gemeinschaften im Sinai gerichtet. Der Sinai ist aufgrund seiner geografischen Lage und schlechten Zugänglichkeit eine Herausforderung für die ägyptischen Sicherheitskräfte.

Die wirtschaftliche Lage Ägyptens hat ebenfalls zur Entstehung von Terrorismus beigetragen. Die hohe Arbeitslosigkeit, vor allem unter jungen Menschen, schafft einen Nährboden für extremistische Ideologien, die oft von radikalen Gruppen ausgenutzt werden. Die wirtschaftliche Unsicherheit und der Mangel an Chancen für viele junge Ägypter können dazu führen, dass sie sich extremistischen Gruppen anschließen, die vermeintliche Lösungen für ihre Probleme bieten.

Religiöse Spannungen sind ein weiterer Aspekt des Terrorismus in Ägypten. Obwohl die Mehrheit der Bevölkerung muslimisch ist, gibt es religiöse Minderheiten wie Christen und andere, die sich manchmal Ziel von Angriffen extremistischer Gruppen sehen. Diese Angriffe tragen zu Spannungen innerhalb der Gesellschaft bei und können das Vertrauen in die Regierung untergraben.

Die Gesamtzahl der Terroranschläge im Land, darunter solche gegen Christen, andere religiöse Minderheiten, Sicherheitskräfte und Touristen, ist seit 2018 deutlich gesunken. Dies ist auf die intensiven Maßnahmen der Sicherheitskräfte sowie die Beschränkung von Presse- und Bürgerrechten zurückzuführen. Trotz der flächendeckenden Implementierung fortschrittlicher Sicherheitsvorkehrungen besteht jedoch weiterhin das Risiko von Terroranschlägen.

Die meisten terroristischen Aktivitäten, insbesondere von Gruppen mit Verbindungen zu Al-Qaida und dem IS, konzentrieren sich nach wie vor auf den Sinai. Dies betrifft besonders die Städte Sheikh Zuweid, Rafah und al-Arish im Gouvernement Nordsinai sowie entlegene Orte in der westlichen Wüste entlang der Grenze zu Libyen. Im Jahr 2022 verzeichnete man allerdings einen Anschlag auf Sicherheitskräfte im Suezkanal nahe der Stadt Ismailiyah.

Die Terrorgruppe Sinai-Provinz, die dem IS zugeordnet wird, hat in der Region an Einfluss gewonnen und andere Gruppen verdrängt oder absorbiert. Trotz ihrer Fähigkeit zu größeren Angriffen auf ägyptische Sicherheitskräfte hat sie nach intensiven Anti-Terror-Operationen erhebliche Verluste an Boden und Kämpfern hinnehmen müssen.

Die Gesamtzahl der Terroranschläge im Land, einschließlich solcher gegen Christen, andere religiöse Minderheiten, Sicherheitskräfte und Touristen, ist seit 2018 erheblich zurückgegangen.

Die ägyptische Regierung hat mit verschiedenen Mitteln versucht, dem Terrorismus zu begegnen. Dazu gehören verstärkte Sicherheitsmaßnahmen, Militäroperationen im Sinai, der Ausbau der Zusammenarbeit mit internationalen Partnern im Bereich der Terrorismusbekämpfung und Bemühungen, sozioökonomische Probleme anzugehen. Dennoch bleibt die Lage komplex und die Erfolge sind oft begrenzt.

Internationale Akteure spielen ebenfalls eine Rolle bei der Bewältigung der Terrorismusproblematik in Ägypten. Die Zusammenarbeit mit Ländern in der Region und darüber hinaus, insbesondere bei der Informationsaustausch und der Unterstützung von Sicherheitsmaßnahmen, ist von entscheidender Bedeutung.

Insgesamt bleibt der Terrorismus in Ägypten eine ernsthafte Herausforderung für die nationale Sicherheit und die Stabilität der Region. Die Notwendigkeit einer umfassenden Strategie, die politische, wirtschaftliche und soziale Dimensionen berücksichtigt, ist entscheidend, um langfristig mit den Ursachen des Terrorismus umzugehen und eine nachhaltige Lösung zu finden. Gleichzeitig ist die internationale Zusammenarbeit unerlässlich, um die grenzüberschreitende Natur des Terrorismus effektiv anzugehen und die Sicherheit nicht nur Ägyptens, sondern der gesamten Region zu gewährleisten.

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